Boxenstart
Roman

CulturBooks, Hamburg 2024
ISBN
9783959882439
Gebunden, 184 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Jan Karsten. Boxenstart erzählt das faszinierende Leben von Sonia, einer Pferdetrainerin aus dem Mittleren Westen, die sich in der rauen Welt der amerikanischen Rennbahnen ihren Platz erobert. Lebendig, pointiert und voller Integrität fängt Kathryn Scanlan das Leben einer Frau auf der Rennbahn ein: das flache Land, die baufälligen Stallanlagen, die miesen Erlebnisse und Reibereien; aber auch das Siegerpodest und die Rennbahnbar, die schicken Anzüge, die Lebenskünstler - und die ganz besondere Sprache der "Stallburschen, Pferdepfleger, Jockeys, Trainer, Stewards, Arbeitsreiter, Pferdeführer - allen". Die Pferdetrainerin Sonia gibt es wirklich. Kathryn Scanlan hat viele lange Gespräche mit ihr geführt und daraus einen Roman geformt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.02.2025
Knapp wie der Roman selbst ist auch Sylvia Staudes Rezension zu "Boxenstart". Ob sie die Auszeichnung der Autorin mit dem Gordon Burn Prize für innovative Literatur nachvollziehen kann und ob Scanlans ungewöhnliche Erzählung die Rezensentin bewegt, fordert, erleuchtet, wir erfahren es nicht - dass und inwiefern die Geschichte ungewöhnlich ist, hingegen schon: Sowohl das Milieu, von dem wir hier lesen, als auch die Form, in der die Erzählerin berichtet, sind bemerkenswert: Äußerst reduziert und nüchtern erzählt eine Pferdetrainerin von dem harten Alltag der Trainerinnen und Trainer, der Jockeys und Pferde. Wie dieser Text entstanden ist, erzählt Scanlan in einem Nachwort: Aus Gesprächen mit einer Frau, die die Autorin über ihre Mutter kennengelernt hat, wofür sie dieser äußerst dankbar ist. Dass die Autorin diesen Zugang zu einer so exklusiven Welt nutzen wollte, kann Staude nachvollziehen, und tatsächlich gibt "Boxenstart" Einblicke in eine Welt, die sonst den meisten wohl verschlossen bliebe, so die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 04.02.2025
Rezensentin Carola Ebeling findet Kathryn Scanlans zweiten Roman toll und ungewöhnlich. Vor allem Scanlans origineller fiktionalisierender Umgang mit den biografischen Fakten zu ihrer Protagonistin, einer Pferdetrainerin in den USA, hat es Ebeling angetan. Ausgehend von Gesprächen schafft die Autorin laut Ebeling mit unprätentiöser Sprache hoch verdichtete Prosaminiaturen. Die männerdominierte Welt des Pferderennsports wird dabei ebenso tief durchdrungen wie die Persönlichkeit der Hauptfigur, stellt Ebeling respektvoll fest. Feine Porträts von Nebenfiguren runden das Buch ab, so die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 12.12.2024
Wie es in der "gnadenlosen Welt des Galopprennsports" aussieht, erfährt Rezensentin Meike Feßmann von Kathryn Scanlans Roman über die Pferdetrainerin Sonia, die einer realen Person nachempfunden ist. Sie muss sich als Jugendliche die Reitstunden mit eigener Arbeit verdienen, kann nicht Jockey werden und wird deshalb Pferdetrainerin - ein harter Job, lernt Feßmann, eine Branche, die von "merkantilen Interessen" gesteuert ist und nicht von Nächstenliebe. In lakonischer, manchmal harter, wenig erklärender Weise hat Scanlan der Kritikerin zufolge ein spannendes Bild des Mittleren Westens gezeichnet, das zudem das Leben Sonias an der Seite eines gewalttätigen Jockeys und ihr Verhältnis zu den Tieren beleuchtet. Trotz der Härte hat das Buch "umso feinere Antennen" für das Menschliche und Zugeneigte, versichert Feßmann.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 21.11.2024
Maximilian Mengeringhaus ist überzeugt vom Roman Kathryn Scanlans, der die "ruppige Welt" der Pferderennbahnen in den Blick nimmt. Das Buch beruht auf Erzählungen einer Bekannten Scanlans, herausgekommen ist ein "verdichtetes Memoir" von der Arbeit in einem von Männern dominierten Job, das einen Einblick in den "faszinierenden Mikrokosmos" der Welt hinter der Rennbahn gibt. Dabei werden die dunklen Seite nicht ausgespart: Medikamenten - und Alkoholmissbrauch der Jockeys, die Misshandlung der Pferde und deren generelle Rechtlosigkeit kommen auch zur Sprache. Auch eine Vergewaltigung wird geschildert, der Opferrolle verweigert sich Scanlans Erzählerin aber entschieden. Die gesprochene Sprache steht hier im Vordergrund, merkt der Kritiker an, der dieses Buch nicht so schnell vergessen wird.