Wie kommt es, dass Menschen von Angst zerfressen werden? War es die böse Stiefmutter oder die überfürsorgliche Mutter, die zu strenge Sauberkeitserziehung oder der autoritäre Vater? Sind Onanie, Coitus interruptus, Gedanken an schmutzigen Sex oder außerehelicher Verkehr die Ursachen? Ist es die falsche Atemtechnik, zu wenig frisches Gemüse, zu wenig Schlaf, zu viel Pizza? Sind Einzelkinder stärker gefährdet? Ist die kleine Schwester schuld, die immer bevorzugt wurde? Fördert unsere schnelllebige Zeit den Stress? Sind die Medien oder das Internet verantwortlich?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2004
Siebzehn Millionen Menschen in Deutschland sollen an Angsterkrankungen leiden. Mit seinem "Angstbuch", das erklärt, "woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann" will Borwin Bandelow, Professor an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen, Abhilfe schaffen. Wie Rezensent Eberhard Rathgeb berichtet, setzt er dabei auf verhaltenstherapeutische Ansätze in Kombination mit Einnahme von Medikamenten sowie einen "beherzten Umgang mit sich selbst". Dass er dabei Goethe, der sich von seiner Höhenangst selbst heilte, als Vorbild präsentiert, quittiert Rathgeb mit milder Ironie. Nichtsdestoweniger hebt er hervor, dass Untersuchungsergebnisse an Kranken zu der Annahme berechtigten, dass Bandelow mit seinen Ansichten auf dem richtigen Weg ist.
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