Brigitta Bondy

Psychopharmaka

Kleine Helfer oder chemische Keule?
Cover: Psychopharmaka
C. H. Beck Verlag, München 2010
ISBN 9783406599804
Kartoniert, 120 Seiten, 10,95 EUR

Klappentext

Viele Menschen nehmen regelmäßig Medikamente ein, die beruhigend, angstlösend, gegen Schmerzen, emotional entspannend oder gegen Schlafstörungen wirken. Hier ist die Hemmschwelle besonders niedrig, auch wenn viele dieser Substanzen tatsächlich abhängig machen. Ganz anders dagegen die Situation bei den Psychopharmaka: Hier ist die Ablehnung besonders hoch. Häufig ist die Meinung zu hören, dass psychisch Kranke "mit der chemischen Keule ruhiggestellt" werden. Aber auch die Kranken selbst oder deren Angehörige haben große Bedenken: Werden sie von diesen Substanzen abhängig, oder verändert sich dadurch ihre Persönlichkeit? Und ist die Wirksamkeit von Psychopharmaka überhaupt belegt? Brigitta Bondys Buch leistet Aufklärungsarbeit. Sie stellt die großen Gruppen von Psychopharmaka wie Antidepressiva, Antipsychotika und beruhigende bzw. angstlösende Medikamente vor und informiert über die neuesten Erkenntnisse hinsichtlich ihrer Wirkmechanismen. Sie arbeitet die Ziele der Psychopharmaka-Therapie heraus, geht aber auch auf die damit verbundenen Probleme ein: Was wollen wir erreichen, welche Nebenwirkungen müssen wir in Kauf nehmen? Schließlich bezieht ihr Buch kritisch Stellung zum Einsatz von Psychopharmaka in unterschiedlichen Bereichen der Medizin, etwa der Schmerztherapie oder der Gerontologie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2010

Generell begrüßenswert findet Robert Jütte ein Sachbuch zu den Vor- und Nachteilen von Psychopharmaka und den ethisch-moralischen Aspekten der Debatte um diese Medikamente. Aufklärung für diese schnell wachsende Suchtgruppe, findet er, ist angezeigt. Allerdings kommen dem Rezensenten beim Lesen Zweifel, ob die Fachkompetenz der Autorin, einer klinisch tätigen Psychiaterin, ausreicht, um das Thema umfassend und kritisch anzugehen. Vor Brigitta Bondys geschichtswissenschaftlicher Unkenntnis warnt er uns sogar eindringlich. Und das Kapitel zu pflanzlichen Psychopharmaka hält er für stark erweiterungsbedürftig. Als verlässlich hingegen schildert Jütte Bondys Ausführungen zu den Wirkmechanismen von Psychopharmaka.
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