Scham ist ein Seelengift, das ein Leben zerstören kann. Boris Cyrulnik erzählt sehr persönlich aus der eigenen dramatischen Kindheit, analysiert Fallgeschichten und zeigt, wie Menschen lernten mit schwierigen Lebenssituationen besser umzugehen. Wer kennt es nicht, das Gefühl, vor Scham am liebsten im Boden versinken zu wollen? Scham, das geheimnisvollste aller Gefühle, woher kommt es? Scham kann Menschen voreinander schützen, doch sie kann auch ein Leben vergiften, es regelrecht zerstören. Die vielen Facetten eines universellen, doch weitgehend tabuisierten Gefühls beschreibt der Bestsellerautor Boris Cyrulnik. Wie entsteht das Gefühl der Scham? Welche Auswirkungen hat es, damit zu leben? Was haben Scham und Schuld miteinander zu tun? Vor dem Hintergrund neuester Erkenntnisse aus Hirnforschung und Psychologie bietet das Buch ein neues Verständnis von Scham.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2011
Sehr nachdrücklich warnt Rezensentin Petra Gehring davor, von dem etwas groben Titel auf den Inhalt dieses Buches zu schließen. Die Gedanken des französischen Psychiaters Boris Cyrulnik haben sie nämlich sehr beeindruckt. Er widmet sich darin der Scham, die der Enttäuschung über sich selbst entspringe und zu seinem quälenden Kreislauf der Sprachlosigkeit führe: Die Dinge, die unausgesprochen geblieben sind, werden in einem nie endenden inneren Dialog weiter gegen sich selbst gerichtet. Sehr eingehend und sehr beeindruckt paraphrasiert sie Cyrulniks Gedanken zu Bitterkeit und Selbstabwertung, zum Blick des anderen. Martialische Ehrenvorstellungen hält Cyrulnik übrigens für einen Indikator hierarchischer Strukturen, wie Gehring anführt. Manches ist der Rezensentin etwa vage geblieben, dennoch hat ihr das Buch sehr imponiert, nicht zuletzt durch seine ausdrucksstarke Sprache, die sie fragen lässt, ob es sich hier noch um Psychologie handelt - oder eher "meditative Poesie".
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