Aus dem Norwegischen von Bernhard Strobel. Auf den ersten Blick scheint Martin ein ganz normaler Vater zu sein. Er hat zwei Söhne im Kindergartenalter und ist mit der ehrgeizigen Gina verheiratet. Er ist mitfühlend, empfindsam, nachdenklich und übernimmt mehr als die von ihm erwarteten häuslichen Pflichten. In seiner Freizeit kümmert er sich auch um seine gebrochene Jugendliebe und ihre Tochter Selma.
Als er eines Nachmittags Besuch von der Polizei bekommt, scheint das Bild des sorgsamen Familienvaters Risse zu bekommen. Die kleine Selma könnte Opfer eines Übergriffs gewesen sein und Martin steht plötzlich unter schwerem Verdacht. Schritt für Schritt wird ein Leben aufgedeckt, das ganz anders ist, als es an der Oberfläche bislang ausgesehen hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.04.2017
Ein "ziemliches Wagnis" ist Bjarte Breiteig mit seinem Roman eingegangen, in dem ein paar heikle Fragen aufgeworfen werden, die nicht jedem gefallen dürften, ahnt Rezensent Peter Urban-Halle. In "Meine fünf Jahre als Vater" sind alle mit allen auf irgendeine Weise verbunden - es entsteht ein Netz aus Beziehungen, das eher einengt und behindert als dass es Schutz bietet, lesen wir. Der Ich-Erzähler Martin steht zwischen zwei Frauen, zwischen seiner Familie und seiner Affäre und am Rande zur Persönlichkeitsstörung. Seine Geschichte erzählt er klar, streng, ehrlich, fast kaltblütig. Richtig ungemütlich wird es jedoch erst gegen Ende, so der Rezensent, wenn er sich der Polizei stellt, weil er die Tochter seiner Geliebten unsittlich berührt hat, sich schuldig fühlt und trotzdem fragt, ob "der Missgriff" nicht erst durch den Eingriff der Ermittler und der Gesellschaft zum "Übergriff" wurde. Urban-Halle gibt sich als interessierter und beeindruckter Zuschauer dieses riskanten Auftritts, was er davon hält, erfahren wir nicht.
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