Aus dem Amerikanischen von Viola Krauß. Die Musikerin Billie Eilish gewährt in diesem bebilderten Buch einen intimen Einblick in ihr Leben - sowohl auf als auch abseits der Bühne. Jedes einzelne Foto wurde von Billie selbst sorgfältig ausgewählt und angeordnet und greift für sie persönlich bedeutsame Momente auf. Abgerundet durch eine Einleitung und Bildunterschriften lässt uns Billie an ihren Gedanken zu der abenteuerlichen Reise, die sie bis jetzt bestritten hat, teilhaben.
Billie Eilish überlässt nichts dem Zufall, weiß Rezensentin Maria-Luise Goldmann. Jede Veröffentlichung, jeder Auftritt, jedes Foto ist präzise geplant, abgestimmt und inszeniert. Auch ihre "Autobiografie in Bildern" erscheint nicht ohne Grund zu einem Zeitpunkt kurz nachdem die Künstlerin sich erstmals in natürlichem Blond und für ihre Verhältnisse ungewöhnlich sexy gezeigt hat. Wie die Fotografien in "Billie Eilish" offenbaren, schließt sich mit dieser Entwicklung ein Kreis: vom blonden Kind auf grau-beigen Steinen über die grell-bunte Phase der Jugend zurück zur selbstbewussten blonden Frau vor beigem Hintergrund. "Identitätsausdruck qua Haarfarbe" nennt Goldmann diese Praxis und erklärt: Das Buch sei auch ein Abschied von der bunten Vergangenheit. Diese Vergangenheit wird komplett fotografisch abgedeckt - vom Babybauch der Mutter bis zur letzten Tourvorbereitung. Die Kommentare dazu unterscheiden sich in ihrer Kürze und Umgangssprachlichkeit kaum von Bildunterschriften bei Instagram, meint die Kritikerin. Eines eindeutigen Urteils über das Buch enthält sich die Rezensentin. Doch man glaubt einen zynischen Unterton zu bemerken, vor allem wenn die Rezensentin aus dem Buch zitiert - ein Unterton, der die Absurdität ausdrücken könnte und zwar nicht nur der Tatsache, dass eine 19-Jährige hier "die Geschichte ihres Lebens" vorlegt.
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