Hans-Dieter Gelfert

Typisch amerikanisch

Wie die Amerikaner wurden, was sie sind
Cover: Typisch amerikanisch
C. H. Beck Verlag, München 2002
ISBN 9783406494062
Paperback, 193 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Nach seinem erfolgreichen Buch "Typisch englisch. Wie die Briten wurden, was sie sind" erklärt Hans-Dieter Gelfert nun die nationalen Eigentümlichkeiten der Amerikaner aus den Besonderheiten ihrer Bewusstseinsgeschichte heraus, um so ihr individuelles Verhalten und ihr kollektives Handeln für deutsche Leser verständlich zu machen. Das Buch betrachtet Schlüsselbegriffe der spezifisch amerikanischen Mythologie, untersucht Hauptmotive der amerikanischen Populärkultur und diskutiert Paradoxien, die das nationale Denken und Fühlen der Amerikaner charakterisieren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2002

Schon einige haben versucht, das Rätsel Amerika zu knacken. Im Fall des Anglisten Hans-Dieter Gelferts ist dieser Versuch nach Ansicht von Rezensentin Viola Schenz auch von Erfolg gekrönt. Wie Schenz ausführt, legt Gelfert zunächst einmal die Wurzeln des oft so paradox scheinenden amerikanischen way of life frei, die da heißen Puritanismus, Aufklärung, Aristoteles, Unabhängigkeitskrieg, aber auch Henrik Ibsen, Immanuel Kant, Parkplatz und Badewanne. So könne Gelfert etwa erklären, wie Amerikaner zugleich Hedonisten und Asketen sein können, und warum man nur dort für einen verschütteten Kaffee Schmerzensgeld in Millionenhöhe erhalte. Geradezu dankbar ist Schenz dafür, dass Gelfert dabei säuberlich zwischen (deutschen) Vorurteilen und Tatsachen trennt. Zwar ist Gelferts Soziogramm Amerikas für den Geschmack der Rezensentin bisweilen etwas zu theorielastig. Auch manches Beispiel ist ihres Erachtens veraltet. Doch trotz der Patina auf manchen Kapiteln ist sich die Rezensentin sicher: "Gelferts Beobachtungen stimmen."
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2002

Rezensentin Susanne Ostwald hat sich gleich zwei Bücher, denn beide setzen sich - auf ihre Weise - mit demselben Thema auseinander: Michael Moore, Autor und Filmemacher, hat ebenso wie der frühere Anglistikprofessor Hans-Dieter Gelfert, ein Buch über Amerika, die Amerikaner und die Stereotypen geschrieben. Während Moore, wie Ostwald schlüssig darlegt, jedoch lediglich den Leser bedient, der seine Negativ-Klischees des typisch Amerikanischen bestätigt sehen will, die er, nebenbei bemerkt, durch seinen zeitgleich zum Erscheinen des Buches in den Kinos anlaufenden Film zu festigen sucht, erweise sich Gelfert als "treffsicherer Analytiker des amerikanischen Grundgewebes". Was bei ersterem ein "strukturloser Flickenteppich" aus Allgemeinplätzen, ein "Rundumschlag", oder, wie der Titel schon richtig anzeigt, eine Abrechnung ist, gerate bei letzterem durch dessen großen Kenntnisreichtum zu einem differenzierten Amerikabild ohne Verallgemeinerungstendezen, analysiert Ostwald. Sie empfiehlt eine Lektüre beider Bücher, um den Facettenreichtum der Thematik zu erfassen.