Bettina von Arnim, Gisela von Arnim

Das Leben der Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns

Märchenroman
Cover: Das Leben der Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns
Manesse Verlag, Zürich 2008
ISBN 9783717521587
Gebunden, 301 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns ist die Pippi Langstrumpf unter den Heldinnen der Romantik: ein kleines Mädchen, das respektlos und mit heiterem Eigensinn alle Grenzen ignoriert, die Erwachsene ihr und ihren Geschlechtsgenossinnen setzen wollen. "Das eigene Licht niemals unter den Scheffel stellen!" lautet das selbstbewusste Motto ihrer außergewöhnlichen Robinsonade, die sie durch die halbe Welt und am Ende auf den Thron führt. Klosterschule, Handarbeiten, Artigsein: all das ist nichts für die pfiffige Gritta. Lieber läßt sie sich von der gefährlichen Rettungsmaschine ihres Vaters in die Luft katapultieren oder läuft - "und wenn mich der Bär frißt!" "in den dunklen Wald. Nicht umsonst ist sie die Tochter eines Ritters und die Enkelin mutiger Ahnen, drei davon ausgezeichnet mit dem Knopflochverdienstorden erster Klasse. Elf Freundinnen im Schlepptau, läßt sie die Klostermauern hinter sich und stellt sich, mit der wohl ersten Mädchenbande der Weltliteratur, Gefahr und Gefangenschaft, Schiffbruch und anderen Katastrophen. Dieser turbulente Märchenroman, den Mutter und Tochter von Arnim 1844/45 gemeinsam verfaßten, schillert in allen Facetten der literarischen Romantik.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2008

Hermann Kurzke gibt ohne Umschweife zu, dass er Geschichten dieser Art schon versierter als bei Gisela von Arnim gelesen hat - bei ihrer Mutter Bettina von Arnim oder ihrem Onkel Clemens Brentano zum Beispiel. Und dennoch ist er nach eigenen Angaben von der Frische und dem Witz dieses Jugendwerks hingerissen. Gisela von Arnim hat dieses Werk bereits mit 16 oder 17 Jahren verfasst und bietet darin neben sämtlichen Motiven der romantischen Literatur eine Menge frecher Einfälle, auch einen "entschieden areligiösen" Ton, und zeigt eine ziemlich anarchistische Ader, so der Rezensent amüsiert. Der Roman ist unter dem Namen der Verfasserin nie erschienen und kam erst 1926 in den gesammelten Werken ihrer Mutter heraus, die bei diesem Buch wohl auch mit Rat und Tat geholfen hat, weiß der Rezensent. Umso erfreulicher, dass die Geschichte um die Hochgräfin Rattenzuhausbeiuns, die nach allerlei fantastischen Verwicklungen ihren Prinzen Bonus heiratet, nun mit einem höchst informativen und dabei sehr unterhaltsamen Nachwort von Rolf Vollmann eine "wirkliche Chance" bekommt, findet Kurzke.
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