In höchstem Maße eindrucksvoll ist es zu sehen, wie hier eine Dichterin über Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und eine Wissenschaftlerin schreibt: Ursula Krechel, das hat sie bewiesen, weiß zu erzählen, und sie erzählt mit unverhohlener Leidenschaft, was diesen Frauen widerfahren ist - und kluge Frauen haben, wenn sie sich nicht verstecken wollen, selten ein leichtes Leben. Diesen Gang gelebten Lebens bringt uns die erfahrene Lyrikerin Ursula Krechel in überraschenden und konzentrierten Formulierungen nahe, und so entstehen essayistische Arbeiten, in denen uns auch die scheinbar vertrauten Schriftstellerinnen so gegenüber treten, dass wir uns dem Dringlichen ihrer Existenz und ihres Werkes nicht entziehen können, aber auch nicht wollen. Alle diese Frauen standen in ihrem Willen, sich zu behaupten und zu erkunden, was sie in sich und der Welt entdeckten, an einem Anfang, der jene, die nach ihnen kamen, im Weitergehen bestärkte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.07.2015
Jutta Person findet in Ursula Krechels Pionierinnen-Porträts Durchlässigkeit für die Poetologien starker schreibender Frauen wie Ruth Landshoff-Yorck, Vicki Baum, Irmgard Keun, Hannah Höch, Marieluise Fleißer und Annemarie Schwarzenbach. Darüber hinaus bestechen die Texte für sie durch analytische Klarheit und zugleich Feinfühligkeit. Indem die Autorin essayistisch die Leistungen von Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen historisch verortet, einen Schwerpunkt auf die Zwischenkriegszeit legt, Weiblichkeitsideen und die Widerstände dagegen herausarbeitet, erkennt Person nicht zuletzt auch die Paradoxien und die Rückseite forcierter kühler Eleganz und Nüchternheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2015
Ursula Krechel hat für "Stark und leise" kluge Essays über Frauen geschrieben, die in ihren jeweiligen Feldern besonderes geleistet haben und schon angesichts der "Spielformen geschlechtsspezifischer Geringschätzung", gegen die sie ankämpfen mussten, zu Protagonistinnen der Frauenbewegung wurden, berichtet Katharina Teutsch. Besonders die Texte zu Christine de Pizan und Karoline von Günderode haben der Rezensentin gefallen: sie eigneten sich hervorragend dazu, etwaige Wissenslücken zu schließen. Wo sich die behandelten Persönlichkeiten in Krechels Zeitgenossenschaft bewegen, wird es Teutsch stellenweise zu esoterisch, was den immer noch klugen Einsichten der Autorin aber keinen Abbruch tut, findet die Rezensentin.
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