Bettina von Arnim, Siegmund von Arnim

Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihren Söhnen

Da wir uns nun einmal nicht vertragen: Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihrem Sohn Siegmund: BD 2
Cover: Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihren Söhnen
Wallstein Verlag, Göttingen 2012
ISBN 9783892442417
Gebunden, 714 Seiten, 59,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Wolfgang Bunzel und Ulrike Landfester. Mit diesem Band wird die dreibändige Edition des Briefwechsels von Bettine von Arnim mit ihren Söhnen Freimund (Band 1), Siegmund (Band 2) und Friedmund (Band 3) abgeschlossen. Siegmund war politisch konservativ bis zum Reaktionären und lehnte die Schriftstellerei seiner Mutter ebenso ab wie ihr politisches und soziales Engagement. Obwohl der Sohn sie immer wieder verbal attackierte und ihr harsche Vorwürfe machte, dass sie ihre Funktion als Mutter nicht adäquat ausfülle, setzte sich Bettine von Arnim wiederholt nachdrücklich für ihn ein. Indem sie ihm in ihren Briefen ausführliche Darstellungen der politischen und sozialen Verhältnisse in Berlin lieferte, versuchte sie ihn zugleich von der Richtigkeit ihrer politischen Ansichten zu überzeugen. Siegmunds Briefe dokumentieren in ungewöhnlicher Plastizität die Laufbahn eines mittleren preußischen Diplomaten um 1850, der als Legationssekretär in Karlsruhe erst die Märzrevolution von 1848 und dann die Badische Revolution hautnah mitverfolgen konnte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2012

Mehreres fasziniert Thomas Meissner an dem Briefwechsel zwischen Bettine von Arnim und ihrem Sohn Siegmund. Zum einen, wie "bemerkenswert unsympathisch" Siegmund sich präsentiert: stolz, miesepetrig, cholerisch, antisemitisch - zumindest in letzterem erkennt der Rezensent eine "Arnimsche Familienkrankheit". Damit aber nicht genug. Wie auch immer er im diplomatischen Dienst gelandet war, er hätte kaum schlechter geeignet sein können, findet Meissner. Stets fühlte er sich ungerecht behandelt, ansonsten langweilte er sich, oder hatte Heimweh. Seine politische Haltung wäre mit "reaktionär fast noch euphemistisch" bezeichnet - was aber nicht zu Diskussionen mit der Mutter führte, weil er dieser jeden politischen Verstand absprach, fasst Meissner fassungslos zusammen. Ähnlich erstaunt zeigt sich der Rezensent, mit wie viel Gleichmut Bettine den Ausbrüchen und Unflätigkeiten ihres Sohnes begegnet. Ungeachtet ihres persönlichen Verhältnisses hilft sie ihm bei seiner Karriere. Vielleicht hat Siegmund erst verstanden, wie wichtig Bettine für ihn war, als sie starb, mutmaßt Meissner: "Sie war der einzige Mensch, welcher mich liebte ...", zitiert ihn der Rezensent.