Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2000
Es gibt durchaus Klassiker der Kinderbuchliteratur, die nicht ins Deutsche übersetzt wurden - diese These zu beweisen, sei der Germanistin Bettina Kümmerling-Neubauer eindrucksvoll gelungen, meint der Rezensent mit dem Kürzel "gew" in seiner Besprechung des zweibändigen, komperatistisch angelegten Lexikons. Selbstverständlich fände man dort Klassiker wie Astrid Lindgren oder Robert L. Stevenson, aber daneben, schon um die Dominanz der angelsächsischen Literatur zu erschüttern, seien in dem Lexikon zahlreiche Artikel über Bücher afrikanischer, südamerikanischer und asiatischer Kinderbuchautoren versammelt. Das Lexikon ist werkmonographisch angelegt und behandelt 534 Werke aus 200 Jahren, weiß "gew" weiter zu berichten. Ihn irritiert einzig die Tatsache, dass unter den weiterführenden bibliographischen Angaben deutsch- und fremdsprachige Texte vermischt sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.03.2000
Über 500 Einträge aus 64 Ländern alphabetisch nach Autoren geordnet bieten diese Bände und sind damit, schreibt Bernd Dolle-Weinkauff, ein "gewichtiges wissenschaftliches Grundlagenwerk" geworden, das aber durchaus Nutzwert auch für Nicht-Wissenschaftler hat. Einige Inkonsequenzen haben den Rezensenten verwundert: Bilderbücher und Comics sollten ausgespart bleiben, dann aber finden sich doch Eintragungen wie z.B. zu Heinrich Hoffmanns "Struwwelpeter"; Kinderlyrik soll berücksichtigt sein, aber es fehlt beispielsweise James Krüss, während Bertold Brecht "über Gebühr gewürdigt" ist. Was den Rezensenten aber besonders beeindruckt und erfreut hat, sind die vielen Eintragungen zu außereuropäischen Klassikern, deren Figuren hierzulande zwar oft unbekannt, deren Rolle und Kostüm jedoch fast immer vertraut erscheinen. Er lobt zudem das Titelregister am Ende des 2. Bandes, in dem man dann auch Geschichten und Figuren findet, deren Autor einem unbekannt oder entfallen ist.
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