Sie beherrschten die Kontinente über 170 Millionen Jahre, mehr als tausendmal länger, als es Menschen gibt, und sie waren die gewaltigsten Wesen, die je auf irdischem Boden wandelten. Ist es zu glauben, dass über Dinosaurier zwar ganze Jugendbuchbibliotheken existieren, aber kein einziges aktuelles Buch, das sich an ein erwachsenes Publikum richtet? Bernhard Kegel zeigt, dass das Bild, das man sich von den Vorzeitechsen machte, sich immer wieder gewandelt hat, seit der britische Anatom Richard Owen ihnen vor etwa 170 Jahren ihren Namen gab. Neue Fossilfunde, wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Errungenschaften zeigen, dass sie mehrere zum Teil drastische Metamorphosen durchliefen, von der kriechenden Rieseneidechse zum aufrecht stehenden Drachen wurden, vom schwerfälligen Kaltblüter zum dynamischen und intelligenten Jäger und zuletzt von der beschuppten Echse zum gefiederten Riesenhuhn. Denn heute wissen wir, dass viele Dinosaurier Federn hatten und unsere Vögel allesamt ihre Nachfahren sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.08.2018
Dass der Schriftsteller Bernhard Kegel die Dinosaurier mit diesem Buch gewissermaßen "entzaubert", geht für den Rezensenten Thorsten Gräbe absolut in Ordnung. Viel zu gebannt folgt er dem Autor neben naturwissenschaftlichen Einblicken vor allem auf dessen Streifzug durch die Geschichte der Dinosaurierforschung: Wie die Dinosaurier im 19. Jahrhundert zu Kleinkriegen unter Wissenschaftlern führten, erfährt der Rezensent hier ebenso, wie er die Dinos auf ihrem Weg in die Populärkultur begleitet. Und dass die Dinosaurierforschung heute vor allem in China boomt, lernt Gräbe bei Kegel auch.
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