Wir alle schauspielern im Alltag. Wenn wir flirten, verhandeln, streiten, loben, feilschen oder kritisieren. Wir nehmen eine Rolle ein, verkörpern ein Image und wollen ein bestimmtes Bild von uns produzieren. Im Alltagstheater sind wir mehr oder weniger erfolgreiche Darsteller unseres Selbst. Und doch gibt es in diesem alltäglichen Schauspiel Menschen, die das Spielen zu ihrem Beruf gemacht haben. Diese professionellen Menschen nennt man Schauspieler. Sie wiederholen das Theater des Alltags, verwandeln es in die sekundäre Realität der Bühne, um ein Publikum zu unterhalten, zu rühren, zum Lachen zu bringen oder zu belehren. Die schauspielerische Tätigkeit ist die älteste Kunst der Mitteilung und ihre Erscheinungsformen sind so vielfältig wie die Geschichte des Menschen. In diesem dritten Band der Lektionen wird ein Überblick gegeben über die Erfindung des Schauspielens als Beruf. Zwanzig Quellen, die systematisch unterteilt und kommentiert sind, stellen die wichtigsten Schauspieltheorien dar. Ein Handbuch für angehende und professionelle Schauspieler, ihre Regisseure, Dramaturgen, Kritiker und Zuschauer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.07.2011
Die von ihm konstatierte Orientierungslosigkeit des Theaters erklärt sich der Kritiker Peter Michalzik zum großen Teil mit der herrschenden Unklarheit über die Rolle und das Wesen des Schauspielers. Deshalb begrüßt er nachdrücklich zwei Bücher, die zumindest ein Nachdenken über das Schauspiel einläuten könnten. Bernd Stegemann, Professor an der Berliner Schauspielschule Ernst Busch und erklärter Traditionalist, hat einen zweibändigen Führer vorgelegt, der in erster Linie Studenten den Weg durch den Hochschuldschungel weise soll. Im zweiten Band aber hat Michalzik die wichtigsten Theorien zum Schauspiel zusammengetragen, von denen auch Nicht-Eleven profitieren. Hier findet er alles über die klassischen Schulen von Stanislawski über Brecht bis zur performativen Wende der neunziger Krise, die - Stichwort: "Sehnsucht nach Realität" - das Schauspiel als "Lüge" in einen schwere Identitätskrise gestürzt hat.
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