Bernd Schirmer

Der letzte Sommer der Indianer

Roman
Cover: Der letzte Sommer der Indianer
Eulenspiegel Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783359016212
Gebunden, 254 Seiten, 17,50 EUR

Klappentext

Sie sind Rothäute - aus Sachsen, ihr Tipi steht auf der Grünen Aue an der Elbe. In jeder Stunde ihrer Freizeit, in jedem Urlaub spielen sie Indianer. Als an einem Novembertag - sie feiern gerade ein Fest bei den befreundeten Dakota in Thüringen - die Grenze aufgeht, preschen sie auf ihren Pferden, mit wehenden Federbüschen und Tomahawks schwingend, hinüber. "Es war einer der schönsten Tage in ihrem Indianerleben." Aber dann wird alles anders. Maria, die Frau des Häuptlings, will keine Squaw mehr sein, und Ludwig Wesphal, einst der Einsame Wolf und einer von ihnen, taucht auf. Und alte Geschichten fangen neu an: die von dem Verrat, der Wesphal vor Jahren zur Flucht in den Westen trieb, und die von der Liebe des Einsamen Wolfes zu Maria.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2005

Nicht oft wird die Stasi in unterhaltsamen Romanen thematisiert, findet Mechthild Küpper. Umso mehr freut sie sich über den "typischen Schirmer", der jetzt nach zehn Jahren ein neues Werk liefert, das den Erwartungen der Rezensentin durchaus gerecht wird: "Leicht, witzig, überdreht, bis weit über die Grenzen der Kolportage und des Kalauerns hinaus" und am Ende doch "tiefgründig und traurig". Bernd Schirmer erzählt die Geschichte der drei Mitglieder eines sächsischen Indianervereins, die nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes verschiedene Wege einschlagen, aber alle nicht mit der neuen Selbstbestimmung zurecht kommen. Ein Höhepunkt ist für Küpper die Darstellung des Kleinbahnführers Luschkowski, der nach dem Fall der Mauer ausrastet. Das findet sie "Irre. Erst komisch, dann irre traurig". Beflügelt durch dieses Wechselbad der Gefühle konstatiert sie eine detaillierte Darstellung der Folgen und Wirkungen der Wiedervereinigung Deutschlands.
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