Andre Müller

Gespräche mit Peter Hacks

1963-2003
Cover: Gespräche mit Peter Hacks
Eulenspiegel Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783359016878
Gebunden, 464 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Andre Müller und Peter Hacks verband eine lebenslange Freundschaft. Seit den späten fünfziger Jahren bestand ein ununterbrochener Briefwechsel und persönlicher Austausch. Müller begann 1963, seine Treffen und Telefonate mit dem Dichter zu protokollieren. Bis zum Tod von Peter Hacks hielt er an seiner Gewohnheit fest und schuf damit ein Porträt dieses Dichters und der Zeit, in der er lebte und schrieb. Die Gespräche geben Aufschluss über die ästhetische Positionierung, oftmals in scharfer polemischer Abgrenzung, über die Geschichte des deutsch-deutschen Literaturbetriebes und die DDR-Kulturpolitik.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.08.2008

Einen "Klassiker für Antiliberale" sieht Rezensent Stephan Schlak in Peter Hacks, der fünf Jahre nach seinem Tod ein "erstaunliches Comeback" feiere. Kritisch blickt er auf die Allianz der Hacks-Bewunderer, die so gegensätzliche Figuren wie Frank Schirrmacher und Sarah Wagenknecht, Dietmar Dath und Martin Mosebach gebildet haben. Ja, er spricht sogar von einer "publizistischen Hacks-Mafia", die viele Gesichter habe. Trotz seiner Skepsis gegenüber dem Hype um Hacks scheinen ihm vorliegende "Gespräche", die Andre Müller ("Hacks' Eckermann") zwischen 1963 und 2003 mit dem Dichter geführt hat, von einigem Interesse. Er sieht in dem Band nämlich wesentlich mehr als ein Porträt dieses Schriftellers, nämlich eine "faszinierende Reise in die untergegangene Kulturlandschaft der DDR", in der die gesamte DDR-Intelligenz von Stefan Heym über Stephan Hermlin und Heiner Müller bis Christa Wolf glossiert werde. Besonders hebt er Hacks polemische Äußerungen gegen den Typus des romantischen Schriftstellers hervor, zu denen Hacks auch die Genannten zählt und den dieser für den Untergang der DDR mitverantwortlich macht. Für Schlak hat das mit der Realität in der DDR nicht viel zu tun, aber verblüffenderweise trifft Hacks Polemik in seinen Augen auf den herrschenden "westdeutschen intellektuelle Typus" zu. Für ihn auch ein Grund dafür, warum Hacks heute von vielen Seiten "in Stellung gebracht" werde gegen das "romantisch beschwingte, ironisch abgeklärte Stimmungsgefühl der Bundesrepublik".