Das Buch präsentiert anhand ausgewählter Persönlichkeiten die Geschichte der Familie Brentano, in der sich italienische, reichsstädtische und hessische Elemente zu einem einzigartigen Stück europäischer Geistesgeschichte verdichten. Die einzelnen Porträts ausgewiesener Autoren erstrecken sich dabei von den Romantikern Clemens und Bettine über den Philosophen Franz Brentano und den Volkswirtschaftler Lujo Brentano bis zur hessischen Linie der Familie, die bedeutende Politiker hervorgebracht hat, zu denen u. a. der langjährige Außenminister der Adenauerzeit, Heinrich von Brentano, zählt. Die Aufsätze machen deutlich, dass die Brentanos aus Literatur, Philosophie, Wissenschaft und Politik der Deutschen nicht mehr wegzudenken sind und nahezu idealtypisch die Synthese von Geist und Macht repräsentieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2000
Mit leichter Ironie, aber doch auch mit großem Interesse bespricht Wolfgang Schuller diese Frucht einer Tagung der hessischen Landeszentrale für politische Bildung - vor allem die Tagungstexte zu Adenauers Außenminister Heinrich von Brentano findet der Rezensent allzu platt lokalpatriotisch. Aber dennoch sei in einzelnen Texten über die Familie, die sich im 17. Jahrhundert vom Comer See kommend in Frankfurt ansiedelte, eine Menge zu erfahren. Sie war reich an bedeutenden Abkömmlingen und geht zurück auf den Stammvater Peter Anton Brentano (das "von" kam erst später in die Familie), der mit zwei Frauen zwanzig Kinder zeugte. Besonders hebt Schuller die Beiträge über den Dichter Clemens Brentano und über den Sozialreformer Lujo Brentano hervor. Auch den Dichter und politischen Außenseiter der Emigration Bernard von Brentano gelte es neu zu entdecken.
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