Sein Leben (1905-1991) ist untrennbar verknüpft mit der vielleicht brisantesten Frage der jüngsten Kirchengeschichte: War die nachkonziliare Öffnung "hin zur Welt" fü die Kirche der richtige Weg, ihrer Sendung besser gerecht zu werden? Marcel Lefebvre hat dies von Anfang an bestritten. "Nichts kann erneuert werden, wenn es nicht überliefert wurde." -
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.02.2009
Die Lebensgeschichte Marcel Levebres, des Gründers der Piusbruderschaft, scheint Alexander Kissler Stoff für gleich mehrere Romane zu bieten. Allerdings warnt Kissler den Leser vor dieser mitnichten objektiven Biografie durch den von Levebre geweihten Bischof Bernard Tissier de Mallerais. Die eigenen Ziele, gemäß der historischen Methode genaue Quellenforschung zu betreiben, verfehlt der Autor laut Kissler weitgehend. Affirmativ, ohne selbstaufklärerische Ambitionen in Sachen theologisches Sektierertum, wie das Buch dem Rezensenten vorkommt, sieht Kissler hier keine Möglichkeit für eine "Wiederannäherung an Rom". Dafür dass Kissler die Lektüre dennoch als aufschlussreich empfinden kann, sorgt de Mallerais' Insiderwissen, sein Zugang zu internen Quellen. Auch als Lehrstück religiöser Dialektik, die schließlich zur Abspaltung von Rom führt, findet Kissler, taugt die Biografie durchaus.
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