Beat Leuthardt

An den Rändern Europas

Berichte von den Grenzen
Rotpunktverlag, Zürich 1999
ISBN 9783858691842
Broschiert, 310 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Die neue Festung Europa zeigt sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts in ihrer ganzen Härte an den EU-Außengrenzen: in Andalusien, Apulien, der Steiermark und Osteuropa. Beat Leuthardt lässt die Menschen vor Ort zu Wort kommen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2000

Von "Menschenliebe" und "Solidarität" sind diese Berichte getragen, schreibt "C.W.", die der Basler Journalist aus vielen Reisen und Gesprächen in den Grenzregionen Europas zusammengestellt hat. Dabei stellt er weniger die "(Armuts-) Flüchtlinge" selbst in den Mittelpunkt, sondern die in diesen Randgebieten Ansässigen, die täglich mit der Abschottungspolitik Europas konfrontiert sind. Ein "nuancenreiches Bild von Lebensumständen und Verhaltensweisen" ist so entstanden. Es verdeutlicht, so "C.W." dass menschliche Solidarität bzw. die Fähigkeit, das Beste aus einer schlechten Situation zu machen viele Konflikte vor Ort mildert. "C.W." vermutet allerdings, dass der "engagierte Journalist" die Abschottungswünsche der Grenzbewohner eher "herunterspielt" und die Verantwortung von "Schengen" überbetont. Die Skepsis des Rezensenten drückt sich auch aus in seiner abschließenden Bemerkung, dass Leuthardt "nicht ausdrücklich" für uneingeschränkt offene Grenzen plädiert, aber dass sich das ja auch "schwer verfechten" ließe!

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2000

Für dieses Buch mag sich der Rezensent mit dem Kürzel "mve" nur begrenzt begeistern. Zwar findet er es interessant, auch mal einen Blick auf die Länder zu werfen, die sich jenseits der Grenzen der Europäischen Union befinden und daher mit ganz spezifischen Problemen zu kämpfen haben. So weist "mve" auf den sich verändernden Umgang der Behörden mit Flüchtlingen hin und die "Zerstörung gutnachbarlicher Verhältnisse". Ihn stört jedoch die lamentierende Haltung des Autors, insbesondere gegenüber der "verantwortungslosen Brüsseler Bürokratie", und die Beschreibung der Bürger der Anrainerstaaten, denen der Autor bisweilen recht klischeehaft "Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Gastfreundschaft" nachsage
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.03.2000

In seiner kurzen Kritik beschreibt Roland Schönbauer die Situation der Flüchtlinge aus Asien, Afrika und "den Armenhäusern Osteuropas", die mit oft lebensgefährlichen Manövern versuchen, ins gelobte Westeuropa zu gelangen. Der Autor berichte ganz "unaufgeregt" über diese Flüchtlinge vor der EU-Außengrenze. "Wie ein roter Faden" ziehe sich dabei der Eindruck durch das Buch, dass das Schengener Abkommen zu einem immer weniger humanitären Umgang mit Flüchtlingen führt. Nur dass der Autor versucht, die ost und nordeuropäische Staaten als "vorauseilend gehorsame Pufferstaaten" darzustellen, findet der Rezensent wenig einleuchtend. Die westeuropäischen Staaten seien keinen Deut weniger rigide. Zum Beweis erzählt er, wie eine spanische Behörde einmal Flüchlinge mit Schlafmitteln betäubt hat, um sie ohne Scherereien nach Afrika zurückfliegen zu können.
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