Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2011
Bestens unterhalten hat sich Christian Gasser bei der Lektüre von Herve Barus Comic "Hau die Bässe rein, Bruno!". Er würdigt Baru als einen der bedeutendsten Comic-Autoren der Gegenwart und einen der "großen realistischen Erzähler" mit "expressiven, freien Strich". Die Werke Barus zeichnen sich für ihn aus durch ihre packende und unterhaltsame Umsetzung von gesellschaftspolitisch brisanten Themen wie Rassismus, Immigration oder den gesellschaftlichen Auf- und Abstieg im heutigen Frankreich. "Hau die Bässe rein, Bruno!" ist für Gasser, anders als die vorangegangenen Werken des Autors, weniger ein soziales oder politisches Drama als eine "süffige Komödie".
Christoph Haas versteht nicht ganz, weshalb der in Frankreich seit Jahrzehnten hochberühmte Baru hierzulande ein "ewiger Geheimtipp" geblieben ist. Barus neuestes Werk jedenfalls hält Haas für einen der besten Comics des Jahres. Sowohl die Zeichnungen als auch die Erzählweise zeugen von hoher Kunstfertigkeit, schreibt der Rezensent. Es gibt mehrere Hauptfiguren, wie er mitteilt, deren ganz unterschiedliche Schicksale gekonnt miteinander verwoben werden. Dabei verleihe Baru seinen Charakteren ein ausdrucksstarkes Mienenspiel und fange sie in Momenten höchster Bewegungsdynamik ein, freut sich Haas. Zudem verdichte der Zeichner langwierige und komplexe Episoden auf wenige Panels - eine Technik, die den Rezensenten zu einem aktiven Lesen, bei dem es mitzdenken und zu ergänzen gilt, herausgefordert hat. Schließlich kommt, bei aller Ehrfurcht vor dem Genie Barus, auch der Spaß nicht zu kurz, bescheinigt der Kritiker dem Band doch "Vitalität und schlitzohrige Lebenslust".
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