In Farbe. In seinem Werk "Vom Glanz der Alten Tage" begeistert der Künstler mit einem Rückblick auf die kanadischen Cartoons des letzten Jahrhunderts. Der Protagonist der Erzählung spaziert hierbei durch den imaginären "Great Northern Brotherhood of Canadian Cartoonist "-Club, zeigt dabei Artefakte, stellt die Vielfalt der Werke vor und präsentiert Porträts und Zeichnungen. Zugleich entwirft er das Kanada seiner Träume: ein Paradies für Cartoonisten. Der Cartoon ist eine anerkannte Kunstform und die Zeichner sind gefeierte Persönlichkeiten, die hoch verehrt werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.09.2014
Christian Welzbacher ist sich am Ende der Lektüre des neuen Comics des kanadischen Cartoonisten Seth gar nicht sicher, ob sich das Dargestellte nicht vielleicht doch wirklich so zugetragen hat. Für Welzbacher ein sicheres Indiz für große Kunst. Dass der Autor in seiner retrospektiven Darstellung kanadischer Comicgeschichte Bezüge zur eigenen Biografie herstellt, ist dem Rezensenten dabei klar. Bei den Rückblenden in die goldene Zeit des Comics 1920-1970 sowie in den Porträts von Comicfiguren und deren Schöpfern öffnen sich dem Rezensenten jedoch, ausgehend von der Übersteigerung der Wirklichkeit zum Mythos, Assoziationsräume voller Witz und Würze. Das liegt für Welzbacher nicht zuletzt auch am detailverliebten, nuancenreichen Stil des Autors.
Irgendwie schafft es Seth, alias Gregory Gallant, immer wieder, "das Gefühl des 'Seufz'" zu evozieren, eine leichte Nostalgie, die nicht so sehr an eigenen Erinnerungen hängt, sondern an den Seths Bildern, die sich als Erinnerungen geben - die man dann vermisst, so Timur Vermes. In "Vom Glanz der alten Tage" erzählt Seth die Geschichte der kanadischen Comiczeichnervereinigung GNBCC, die es nicht gibt, führt den Leser durchs Vereinshaus, das es nicht gibt, und präsentiert detailverliebt alte Comics, die es ebenfalls nicht gibt, von Autoren und Zeichnern, die es dann aber doch gibt, verrät der Rezensent. In typischer Seth-Manier werden Fiktion und Realität "verquirlt", nach hier und dort der Hut vor Freunden und Kollegen gelüpft, erklärt Vermes.
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