Das iranische Atomprogramm steht regelmäßig im Brennpunkt internationaler Politik. Dabei ist der Konflikt seit 2003 nicht nur Gegenstand internationaler Diskussion, sondern auch inneriranischer Debatte. Der 2015 erzielten Atomvereinbarung gingen jahrelange Auseinandersetzungen in der Islamischen Republik voraus. Mehrmals musste Teheran sein diplomatisches Vorgehen modifizieren.Die iranischen Positionsänderungen wurden vielfach auf externen Druck und gezielte Sanktionierung zurückgeführt. Innenpolitische Dynamiken blieben dabei oftmals unberücksichtigt. Hier setzt die vorliegende Untersuchung an. Sie stellt die erste systematische Erfassung des iranischen Atomdiskurses dar. Der Forschungsansatz ist akteurszentriert und greift methodisch auf Verfahren der Inhalts- und Toposanalyse zurück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2020
Für Michael Staack ist das in Azadeh Zamirirads Buch angelegte differenzierte Verständnis der inneriranischen Atomdebatte die Voraussetzung für die künftige politische Auseinandersetzung mit dem Iran. Was die Autorin anhand der Auswertung von zwischen 2003 und 2015 auf Farsi gehaltenen Stellungnahmen zu den Nuklearverhandlungen herausfindet, macht laut Staack deutlich, wie unterschiedlich die Sichtweisen und Argumente innerhalb der Eliten der Islamischen Republik sich gestalten.
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