Eine neue Generation meldet sich zu Wort Knoblauch und Kopftuch, Kümmel und Koran. Jaja. Aber so langsam glauben die Deutschen selbst nicht mehr an ihre Vorurteile, und auch die Türken zweifeln an ihrem einseitigen Bild des Deutschen. Was ist denn eigentlich typisch türkisch und was ist typisch deutsch? Welche Erfahrungen machen Deutsch-Türken beim Sommerurlaub in der Türkei? Warum meinen die Deutschen, sie müssten ständig über ihre Verdauung reden? Und als Teenie die Bravo erst den Eltern zur Zensur vorzulegen, ist auch nicht immer ganz leicht ... Junge Deutsch-Türken schreiben über Lust und Frust, in zwei Ländern daheim zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.09.2005
Die überwiegend autobiografischen Texte des Bandes lösen für Rezensenten Alexander Jürgs das ein, was die beiden Herausgeber versprechen, ein Riesensortiment an Geschichten und Lebensentwürfen mit türkischem Hinter- oder auch Vordergrund. Als "unter anderem türkisch" bezeichneten sich Acevit und Bingül, so der Rezensent, und könnten andererseits nicht verhehlen, dass da immer noch dieses Gefühl von Ausgegrenztheit sei. Die Autoren der Texte seien Schauspieler, Journalisten, Musiker, Politiker und vieles mehr, wobei sich der Rezensent besonders von solchen Texten beeindruckt zeigt, die Brüche in der türkischen Kultur in Deutschland darstellten und die eigene Haltung zur mehr der weniger fernen Mutter/Vater-Kultur thematisierten. Aber, fragt Rezensent Jürgs, unterstützt eine solche Anthologie nicht genau das, wogegen sie antritt? Eine folkloristische Ausgrenzung und Etikettierung? Ganz entrinnen könne man dieser Gefahr wohl nie, aber man könne die Texte auch einfach mal als das nehmen, was sie in erster Linie seien, zum Teil "großartige, urkomische Geschichten".
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