Friedrich Ani

Süden und das Geheimnis der Königin

Roman
Cover: Süden und das Geheimnis der Königin
Knaur Verlag, München 2002
ISBN 9783426620731
Taschenbuch, 206 Seiten, 7,90 EUR

Klappentext

Bei den Unterlagen eines Mannes, der in einem scheinbar leer stehenden Haus verhungerte, entdeckt die Kripo den Namen einer Frau: Soraya Roos. Sie wird, nachdem sie von einem Tag auf den anderen ihre Familie verlassen hatte, seit mehr als zehn Jahren vermisst, und Kommissar Süden beginnt erneut mit der Suche. Er stößt auf eine Spur, die in ein oberitalienisches Dorf führt, wo Soraya ihr Geheimnis bis zum heutigen Tag hütet ...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.11.2002

Das Wesen des Krimis ist die Faszination des Todes, meint der durch und durch begeisterte Rezensent Tobias Gohli. Wie kann ein Krimi sich also "diesem Regelzwang entziehen und doch vor existentieller Spannung vibrieren"? Friedrich Anis Antwort auf diese Herausforderung sei die "Vermissung", da sie "nicht so endgültig wie der Tod" sein müsse, und doch mit seiner Möglichkeit spiele. Kurz skizziert der Rezensent die Handlung: Die seit zehn Jahren vermisste Soraya gibt der Polizei ein Rätsel auf und erst die Entdeckung eines neuen Indiz' lässt die Suche nach ihr wieder aufleben. Wieder werden Vater und ehemaliger Liebhaber befragt, und was sich dabei vor den Augen des Lesers entfaltet, schwärmt Gohlis, ist "eine der abgründigsten erotischen Verlockungen", nämlich "die gelebte Liebe zwischen Vater und Tochter". Für diese Geschichte, die "zwischen den Anforderungen von Moral und Gesetz, Wahrhaftigkeit, Lust und Abscheu" schwebt, hat Ani "genaue Worte" in einer "wachen" Sprache gefunden, lobt unser Rezensent, der schließlich fast hymnische Töne anklingen lässt: "Mit seiner kammermusikalisch austarierten Komposition der Stimmen, mit seiner feinen Stimmungs- und Gefühlssensorik ist Ani der Schubert der Kriminalliteratur."
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