August Strindberg

Das Rote Zimmer

Roman
Cover: Das Rote Zimmer
Manesse Verlag, München 2012
ISBN 9783717522386
Gebunden, 576 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Mit beißendem Humor zeichnet Strindberg im "Roten Zimmer" ein Panoptikum amüsanter Karikaturen und entlarvt Besitzgier, Geltungssucht und Opportunismus einer durch und durch verlogenen Gesellschaft. Stockholm, um 1870: Arvid Falk, ein gutgläubiger junger Mann, beendet sein als nutzlos empfundenes Beamtendasein. Als Journalist und Schriftsteller will er fortan Wahrheit und Fortschritt dienen. Doch wohin der Sinnsuchende sich auch wendet, er trifft auf Machtdünkel und Manipulation: Ein Verleger erkauft sich seine Erfolge bei den Kritikern, bigotte Bürgersfrauen verlangen wohlgefällige Almosenempfänger, Zeitungen, egal welcher Couleur, sind den Mächtigen hörig. Auf Gleichgesinnte trifft Arvid in einem Künstlerkreis, der im "Roten Zimmer" eines berühmten Restaurants zusammenkommt. Aber hier unterliegen die hehren Absichten nur allzu oft den knurrenden Mägen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2012

Mit Vergnügen hat Rezensent Wolfgang Schneider August Strindbergs satirisch gesellschaftskritisches Durchbruchswerk "Das Rote Zimmer" gelesen, welches dank der exzellenten Neuübersetzung von Renate Bleibtreu erst in seinem ganzen boshaften Witz erstrahlt, so der Kritiker. Und so folgt Schneider hier amüsiert Strindbergs Helden Arvid Falk auf seinem Weg vom Idealisten zum bürgerlichen Lehrer durch verschiedene gesellschaftliche Milieus und lernt im Theater, im Parlament, in der Börse und im Armenviertel Egoisten und Heuchler aller Art kennen. Insbesondere Strindbergs bildhafte und überspitzte Charakterzeichnungen, etwa eines Gottesmannes, der mit missionarischen Schriften das große Geld verdient, haben den Rezensenten beeindruckt und manchen Wiedererkennungseffekt hervorgerufen. Im Gegensatz zu alten Übersetzungen gelinge es Renate Bleibtreu auch Strindbergs Parodierung des Jargons von Businessmännern oder Gassenjungen treffend wiederzugeben, lobt der Kritiker voller Anerkennung.
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