Aufbruch

Regisseurinnen der 60er Jahre. Frauen und Film, Heft 68
Cover: Aufbruch
Stroemfeld Verlag, Frankfurt/Main und Basel 2016
ISBN 9783866002685
Kartoniert, 243 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Annette Brauerhoch, Heike Klippel, Gertrud Koch und Heide Schlüpmann. Im Herbst 2015 fand im Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum in Berlin eine Retrospektive statt mit dem Titel "Aufbruch der Autorinnen. Die Regisseurinnen der 60er Jahre in Europa und die Heldinnen ihrer Filme". Die dort präsentierten 21 Spielfilme von 18 Filmemacherinnen aus sieben Ländern machten deutlich, dass es in den 1960er Jahren in Europa einer ersten Generation von jungen Frauen gelang, als Autorinnen abendfüllende Kinofilme zu drehen. Die Veranstaltungsreihe belegte außerdem die These, dass der kritische Blick dieser jungen Frauen auf die in Ost- wie in Westeuropa von Männern dominierten Lebenswelten ein ebenso grenz- und systemüberschreitendes Phänomen war wie die - ödipale - Rebellion der jungen Regisseure gegen die gesellschaftlichen Strukturen und filmischen Konventionen dieser Zeit.
Diese Regisseurinnen, die sich als Einzelkämpferinnen verstanden und die nie zusammen aufgetreten sind, wurden in der von Sabine Schöbel kuratierten Filmreihe erstmals in einen Zusammenhang gestellt. Sie stehen in der Filmgeschichte zwischen der feministisch geprägten Generation von Filmemacherinnen der 1970er und 1980er Jahre und singulären Figuren der früheren Filmgeschichte. Neben Filmen der renommierten Vertreterinnen der "European Sixties" Vera Chytilová, Agnès Varda und Mai Zetterling wurde auch das Frühwerk von Filmemacherinnen gezeigt, die erst später bekannt wurden wie etwa Lina Wertmüller, Marta Meszáros, Liliana Cavani, Judith Elek und Kira Muratowa.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2017

Rezensent Andreas Platthaus freut sich über den weiblichen Blick als Klammer der Beiträge in der von Sabine Schöbel und Borjana Gakovic erstellten Nummer von "Frauen und Film", eine Zeitschrift, die Platthaus als "Segen für die Filmgeschichtsschreibung" beschreibt. Auch das 68. Heft mit dem monografischen Schwerpunktthema Regisseurinnen der 60er Jahre, verhilft zu Wiederentdeckungen, hier etwa mit Artikeln über Márta Mészáros oder Larissa Schepitko. Erfreulich findet der Rezensent den Blick auf die Zeit vor dem Aufschwung des feministischen Kinos, auch wenn der Hinweis der Autorinnen, man müsse schon die Filme betrachten, wenn man Feminismus wolle, ja nicht unbedingt zum Lesen anhält. Platthaus ermuntert jedoch genau dazu.