Astrid Lindgren

Ur-Pippi

(Ab 9 Jahre)
Cover: Ur-Pippi
Friedrich Oetinger Verlag, Hamburg 2007
ISBN 9783789141591
Gebunden, 168 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Cäcilie Heinig und Angelika Kutsch. Mit einem Vorwort von Astrid Lindgrens Tochter Karin Nyman. Das Buch enthält das Original-Pippi-Manuskript, das Astrid Lindgren 1944 dem Bonnier Verlag anbot und das damals abgelehnt wurde. In einem ausführlichen Kommentar geht die Literaturwissenschaftlerin Ulla Lundqvist u. a. der Entstehungsgeschichte des Buches nach, das nach einer grundlegenden Überarbeitung erstmals 1945 in Schweden bei Raben & Sjögren erschien. Dabei vergleicht sie das Originalmanuskript mit dem späteren Buch und widmet sich insbesondere Aspekten wie Streichungen, Änderungen oder Abmilderungen. Der Leser erfährt, dass die Pippi in der heute bekannten Fassung viel warmherziger und gütiger dargestellt ist als im Ur-Manuskript. Allzu Absurdes wurde von der Autorin selbst entfernt und verändert, aber auch einige Nonsens-Lieder sind dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.11.2007

Stefan Koldehoff ist dankbar für diesen Band. Was die Herausgeberin Ulla Lundqvist hier "klug" kommentiert und pünktlich zum hundertsten Geburtstag von Astrid Lindgren vorlegt, zeigt ihm den Weg, den Pippi zurücklegen musste, um zum Kinderbuchklassiker zu werden. Anhand des Urtextes von 1944 erkennt Koldehoff die Bändigung der wilden Widerspenstigen, die durch Lindgrens Selbstzensur für die Buchausgabe initiierte Verwandlung einer "garstigeren, rücksichtsloseren" Pippi hin zum "großzügigen, souveränen Naturkind". Welche Pippi vorzuziehen ist, überlässt Koldehoff dem Leser.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2007

Für Kinder ist diese deutsche Erstübersetzung der Ur-Pippi aus dem Jahr 1944 vielleicht weniger was, meint die Rezensentin Eva-Maria Magel, als für Erwachsene, die sich der Lektüre der ein Jahr später in überarbeiteter Fassung erschienenen "Pippi Langstrumpf" erinnern. Sehr gravierend sind die Unterschiede nicht, die Magel aufzählt, aber auch nicht ganz unbedeutend. So erscheine Pippi im früheren Band noch anarchischer, vor allem ganz frei von der sie später gelegentlich anwandelnden Sehnsucht nach Normalität. Dafür biete die spätere Pippi durch überzeugendere psychologische Zeichnung mehr Möglichkeiten zur Identifikation, meint Magel. Mehr Lieder und Gedichte finden sich im Originalband - und deren Fehlen in der Zweitausgabe findet die Rezensentin, die das Original ansonsten nicht gegen die berühmt gewordene Fassung ausspielen will, schon ein wenig bedauerlich.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.09.2007

Die Urfassung von Astrid Lindgrens "Pippi Langstrumpf" ist weder ein Buch für Kinder, noch bietet es denjenigen Lesern Stoff, die in der ursprünglichen Fassung das eigentliche "Meisterwerk" erwarten, stellt Thomas Binotto klar. Dafür ist es ein echter Glücksfall für philologisch Interessierte, die die Entwicklung vom mitunter noch unbeholfenen Manuskript einer unbekannten Autorin zum weltberühmten Kinderbuch-Klassiker nachvollziehen wollen, so der Rezensent fasziniert. Er lobt zudem den klugen und erhellenden Kommentar Ulla Lundqvists, die zeigen kann, dass durch die Überarbeitung der ersten Fassung die Figur der Pippi Langstrumpf nicht nur Komplexität und "Tiefe" gewinnt, sondern wie sich der Sprachstil Lindgrens von da an zu charakteristischer Einfachheit und Lebendigkeit wandelte.
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