John Coltrane und Miles Davis sind die Säulenheiligen des modernen Jazz - ein ungleiches Paar: Des einen Musik lässt sich nur durch sein Leben erklären, des anderen Leben nur durch seine Musik. John Coltranes Leben war Jazz spielen. Niemand erkundete sein Instrument so tief und so besessen wie der Saxophonist aus North Carolina in den nur zwölf Jahren seiner beispiellosen Karriere. Als er 1967 mit 40 Jahren starb, hinterließ er ein musikalisches Universum, dessen Faszination bis heute ungebrochen ist. Coltranes Einfluss beschränkte sich nicht nur auf den Jazz, sondern erfasste auch große Teile der progressiven Rockmusik: Bands wie Cream und Grateful Dead fühlten sich durch ihn zu langen kollektiven Improvisationen animiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2011
Und jetzt nochmal Coltrane hören - mit einem Zugewinn, den Ulrich Olshausen dieser, wie er findet, rundum gelungenen Biografie schuldet. Was der Medienjournalist Karl Lippegaus nach jahrelanger Spurensuche farb- und kraftvoll, wie wir hören, zusammengestellt hat an mit Zitaten garnierten Informationen und Erzählungen über diesen Heiligen des Jazz, ergibt für Olshausen ein Geschichts- und Geschichtenbuch gleichermaßen. Der Rezensent erfährt über Coltranes Drogenprobleme, seine Übungsmethoden, aber auch über die Zeitumstände (schwarze Unruhen, MartinLuther King, Kennedy-Mord etc.) und lernt in akribischen Einzelanalysen- und -einordnungen das Werk neu kennen. Wenig bekannte Fotos und ein lesefreundlicher Stil, freut er sich, runden das Buch ab.
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