1974: Sein Vater, Präsident des äthiopischen Kronrats, wird von den Generälen der Revolution erschossen, seine Mutter und seine Geschwister gefangengenommen, das Hab und Gut der Familie beschlagnahmt. Über Nacht wird das Gastland Deutschland, in dem er studiert, zum Ort des Exils. Seine Pläne, nach Äthiopien zurückzukehren, werden durch die neue politische Situation von heute auf morgen zunichte gemacht.Prinz Asfa-Wossen Asserate erzählt vom Glanz des Kaiserhofs, seiner Zeit an der Deutschen Schule in Addis Abeba und vom Leid der Revolution. Er erzählt, wie er jahrzehntelang um seine Familie kämpfte, wie er in Deutschland neu anfing und nach seinen Studien in Tübingen und Frankfurt am Main die Deutschen und deren große Dichter und Denker kennen- und liebenlernte: der Fremde, der blieb.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2007
Jochen Hieber verneigt sich tief vor dem Autor und seinem Buch. Asfa-Wossen Asserate begegnet ihm in seinen Memoiren nicht nur als begabter Chronist und Erzähler, sondern auch als sicherer Stilist. Einen "Romantiker des Deutschen" nennt Hieber ihn und schreibt ihm seltene Tugenden, wie Diskretion, Loyalität und Wahrhaftigkeit zu. Ihrer bedient sich der Autor laut Hieber beim Porträt des Vaters ebenso, wie bei der Darstellung seiner zweiten Heimat, eines "folkloristischen Deutschlands", durchsetzt mit Kulturschocks (Maultaschen!). Realistisch erscheint Hieber auch der Blick des Prinzen auf Äthiopien und seine Zukunft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.03.2007
Katharina Rutschky mag dieses Buch nicht, und sie mag auch den Autor nicht. Zu naiv findet sie die Erinnerungen an die Kindheit im äthiopischen Kaiserhaus, zu unbedarft den Blick zurück auf Privilegien, die der Prinz offenbar noch heute als selbstverständlich ansieht. Am meisten aber stört sie, wie Asserate die Fehler Haile Selassies und des eigenen Vaters "vernebelt", indem er immer wieder seine Familiengeschichte oder die Beschreibung prächtiger Zeremonien am Hof mit der Staatsgeschichte vermengt. Asserate gibt "quasi die Unschuld vom Lande", wenn er die Rebellion der hungernden Bevölkerung gegen den prassenden Herrscher beschreibt, so Rutschky. Die Fähigkeit, einen Zusammenhang zwischen beidem herzustellen, scheint dem Autor völlig zu fehlen. Da helfen auch die vielen Zitate berühmter Philosophen nicht, mit denen der Prinz sein Buch schmückt, meint die Rezensentin.
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