Dies ist die erste umfassende Geschichte der gemischten Verfassungsformen, also solcher Verfassungen, die sowohl monarchistische wie demokratische und aristokratische Elemente enthalten. Viele Staaten haben diese Elemente gemischt und die gegenseitige Kontrolle der unterschiedlichen Gruppierungen hat wesentlich zur Entwicklung der Staatswesen beigetragen. Ein näherer Blick auf diese Mischverfassungen ist also ein Blick auf die Mechanismen des Politischen. Der Politikwissenschaftler Alois Riklin stellt die Geschichte dieser gemischten Staatswesen umfassend dar und erläutert so die Teilung und Verteilung der Macht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2006
Thomas Maissen würdigt Alois Riklins "Machtteilung" als Zusammenfassung umfangreicher Vorarbeiten, ist aber von ihren Grundthesen nicht ganz überzeugt. Für Riklin ist die Geschichte der Mischverfassung, also einer Verfassung, die Elemente verschiedener Staatsformen (Monarchie, Aristokratie, Demokratie) enthält, zugleich eine Geschichte der Machtteilung, refereriert der Rezensent. Um dies aufzuzeigen, zeichne der Autor die Ideengeschichte der Mischverfassung bei den großen staatsphilosophischen Denkern von Platon bis zu den Gründervätern der USA nach und lege dabei einen Schwerpunkt auf die Renaissance. Der Rezensent lobt die "differenzierte Analyse", mit der der Autor nachweist, dass die vorgeblich getrennten Gewalten tatsächlich ineinander verwoben sind, angesichts anderer neuerer Untersuchungen zweifelt er allerdings, ob die Mischverfassung wirklich, wie der Autor meint, ein überzeitliches Phänomen und nicht vielmehr auf jeweils zeitspezifische Kontexte angewiesen ist. Nicht ohne Weiteres zustimmen mag der Rezensent überdies Riklins These, die amerikanischen Verfassungsväter hätten nicht wirklich verstanden, worüber sie urteilten, als sie sich gegen eine Mischverfassung, aber für Gewaltenteilung aussprachen.
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