Industrialisierung und Moderne, Verstädterung und entstehende Volksparteien diese Entwicklung brachte als Gegenbewegung ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch eine breite Diskussion über einen neuen Adel hervor. Alexandra Gerstner untersucht in kluger Argumentation und präziser, bestechender Sprache diesen Diskurs und konkretisiert ihn am Beispiel von Intellektuellen wie Walther Rathenau, Graf Coudenhove-Kalergi oder Kurt Hiller.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2010
Nach Meinung von Karina Urbach hat die Autorin mit ihrer ideengeschichtlichen Untersuchung aristokratischer Elitekonzeptionen zwischen 1900 und 1933 einen Trüffel gefunden. Das Nischenthema "Neuadelskonzepte" im politischen Denken ausgewählter Intellektueller (Walther Rathenau, Kurt Hiller u.a.) geht Alexandra Gerstner laut Urbach überzeugend und detailsicher an und weist trotz politischer Barrieren bestehende Berührungspunkte nach. Den Gedanken, dass das Deutungsmuster "Neuer Adel" im großen Kontext zeitgenössischer Elitetheorien eigentlich auch ganz gut aufgehoben wäre, wird Urbach allerdings nicht los.
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