Artur Becker

Von Barschen, Augustäpfeln und anderen Menschen

Erzählungen
Cover: Von Barschen, Augustäpfeln und anderen Menschen
Edition Faust, Frankfurt/Main 2025
ISBN 9783949774850
Broschiert, 384 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Am Ufer des Gehlandsees steht das Erholungszentrum Rusałka - ein Ort voller Sehnsüchte, Ängste und Mythen. Hier herrscht Albrecht Butcher, ein Mann, den alle fürchten und den doch niemand aufhält. Man sagt, er habe Menschen im Wald verschwinden lassen und dass selbst Blitze ihn nicht töten können. Aber wer ist er wirklich - ein Tyrann, ein Geschäftsmann oder nur ein Kind seiner Zeit? In fünfzehn Erzählungen führt Artur Becker durch eine Welt zwischen Masuren und Deutschland, Vergangenheit und Gegenwart, Heimat und Exil. Er erzählt von Näherinnen, die Urlaub machen und von einem besseren Leben träumen, von einem Sohn, der in Zeiten des Umbruchs zu seiner sterbenden Mutter reist, von verlorenen Liebenden, gestrandeten Existenzen und einem Sozialismus, der sich selbst nicht mehr tragen kann. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.01.2026

Rezensent Christian Thomas durchleuchtet in seiner Doppelkritik eigentlich Artur Beckers gesamtes Werk; Anlass ist aber der neue Erzählband "Von Barschen, Augustäpfeln und anderen Menschen" und auch auf den 2024 erschienenen Essayband "Schwarze Servietten auf meinem Herzen. Aus dem Leben der Kosmopolen" kommt Thomas zu sprechen. Aus letzterem erfährt der Kritiker Wichtiges zur persönlichen und politischen Herkunft des Autors: Es geht um das "mythische Masuren" im Nordosten Polens, wo Becker aufwuchs, wo der Zauber der Natur und der Horror eines "ideologisierten Staates" herrschten, wie Thomas die Darstellung des Autors wiedergibt. Auch die Emigration als 17-Jähriger nach Deutschland ist dort Thema; mit "Diasporamenschen" sei entsprechend Beckers literarisches Werk bevölkert. Wie "divers" auch im neuen Erzählband die Erzählstimmen ausfallen, die der Autor zu Wort kommen lässt - vom "ausgefuchsten Schelm" bis zum "robusten Schwadroneur" -, und wie sich Becker sprachlich dabei mit Haut und Haar dem einen oder anderen hingebe, inklusive überbordender Metaphern oder "gewagter" Vergleiche, scheint der Kritiker äußerst staunenswert zu finden. Für Thomas zwei weitere bestechende Zeugnisse von Beckers bombenfest in Realität und Geschichte verankertem, dabei noch gekonnt aufs Magische ausgreifendem Werk - er wirkt schwer beeindruckt.