Arno Camenisch

Ustrinkata

Cover: Ustrinkata
Engeler Verlag, Solothurn 2012
ISBN 9783033030282
Gebunden, 96 Seiten, 17,00 EUR

Klappentext

Es ist der letzte Abend in der Helvezia, der Alkohol fließt in Strömen wie der junge Rhein, und wes des Herzen voll ist, des geht der Mund über: Jetzt heißt es Austrinken! Noch einmal sitzen sie um den runden Tisch, der Otto, die Tante, der Luis, der Giachen und mit ihnen all die andern, die noch leben oder schon lange tot sind. Arno Camenisch hört ihren tragischen und zugleich komischen Geschichten genau zu, mit seinem präzisen Sinn für den Klang und die Eigentümlichkeiten ihrer Sprache hält er diese von Tod und Vergessen, von Naturgewalten und menschlichen Abgründen, von Hochwassern und Liebeswirren, von Steinschlägen und Händeln bedrohte Welt lebendig. Auf unverkennbar eigenwillige Art beschließt Arno Camenisch mit "Ustrinkata" nach "Sez Ner" und "Hinter dem Bahnhof" seine Bündner Trilogie - es geht alles zu Ende, aber so lange einer noch erzählt, ist das letzte Glas nicht ausgetrunken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2012

Den in der Schweiz längst umjubelten Autor Arno Camenisch sollte man auch hierzulande unbedingt entdecken, rät Rezensent Jochen Hieber nach der Lektüre der grotesken Weltuntergangsgeschichte "Ustrinkata". Der dritte und letzte Teil von Camenischs Graubündener Trilogie führt den Kritiker eine Winternacht lang in die zum Verkauf stehende Dorfkneipe "Helvezia", in der sich ein letztes Mal ein kauziges Ensemble von Dorfbewohnern trifft, um bei steigendem Alkoholpegel nicht nur über die Schließung der Kneipe und die regenbedingte Erdrutschgefahr zu diskutieren, sondern auch noch einmal die alten, meist skurrilen Dorfgeschichten aufleben zu lassen. Mit Bewunderung stellt der Kritiker fest, dass es Camenisch in seiner ebenso "surrealen" wie humorvollen Erzählung nicht nur gelingt, seine liebevoll gestalteten Charaktere in geradezu akrobatischen und "klangmächtigen Wörtersymphonien" sprechen zu lassen, sondern auch immer wieder Begriffe aus dem graubündnerischen Schweizerdeutsch einzubinden.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2012

Als erfrischende Traditionsentschlackung bezeichnet Hans-Peter Kunisch das neue Buch des aus der Surselva stammenden Arno Camenisch. Das Buch schließt an die früheren Text des Autors an, indem es Figuren übernimmt beziehungsweise verschwinden lässt. Für einen echten Roman hat es Kunisch zu wenig Handlung und zu viel volkstümliches, mit den Sprachen der Helvezier spielendes Lamentieren über Gott und die Welt. Aber das gerade findet er reizvoll. Die Einheit von Ort, Zeit und Figuren bleibt dennoch gewahrt, stellt er fest, und Wortwitz und Sprachmelodien können Handlung ersetzen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2012

Geradezu versunken ist Rezensent Roman Bucheli in diese Erzählung, mit der Arno Camenisch seine Bündner Trilogie abschließt. In "Ustrinkata" kommen sie noch einmal alle zusammen, zu einem letzten Austrinken eben, in der Dorfkneipe "Helvezia", die geschlossen werden soll. Mit dem Ende der Schenke erzählt Camenisch auch vom Ende einer Lebensform, das die hier versammelten "trinkfesten Fabulierer" aber nicht sentimental bejammern, sondern mit viel Witz, Klugkeit und Grimm begießen. Bucheli ist ganz berauscht von diesem Buch, das er als kleines Epos über die große Welt des Dorfes in der Surselva feiert.

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