Aus dem Isländischen von Tina Flecken. Der Reporter Einar arbeitet in der kleinen Stadt Akureyri im Norden Islands. Es ist Hochsommer und absolute Sauregurkenzeit bis Einar plötzlich einen mysteriösen Anruf von einer unbekannten Frau bekommt. Sie behauptet, in einem leerstehenden Haus in der Innenstadt würde es spuken. Doch statt Gespenstern entdecken Einar und Kommissar Olafur Gisli in dem Haus die nackte Leiche eines siebzehnjährigen Mädchens. Ihre durchschnittenen Pulsadern deuten zunächst auf Selbstmord, doch bei der Obduktion stellt sich schnell heraus, dass die junge Frau erwürgt wurde.
Nicht nur einen "gut gearbeiteten" Krimi hat Rezensentin Katharina Granzin mit Arni Thorarinssons "Ein Herz so kalt" gelesen, sondern nebenbei auch ein leichtes Porträt über die isländische Gesellschaft. Hinter der vordergründigen Kriminalgeschichte um den sympathisch-ironischen, in einer nordisländischen Kleinstadt lebenden Reporterdetektiv Einar, der bei einem Interview eine Leiche entdeckt und in seinen eigenständigen Ermittlungen der Polizei immer einen Schritt voraus ist, entdeckt die Rezensentin vor allem ein dichtes Netz verschiedener Erzählebenen: es geht um Alkohol- und Drogenmissbrauch, Gewalt an Frauen und schwierige Eltern-Kind-Beziehungen. Besonders gut haben der Kritikerin allerdings Thorarinssons eindrucksvoll beschriebene Figuren gefallen.
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