Sieben neue und 26 aktualisierte Beiträge mit 192 Tafeln, Synopsen, Landkarten und Abbildungen und einem Geleitwort von Eckart Henning. Die Entstehung des Kurfürstenkollegs galt als "Fundamentalrätsel der deutschen Verfassungsgeschichte". Wolfs Lösung: "Wahlberechtigt waren die Erbberechtigten". Die deutschen Königshäuser der Ottonen, Salier, Staufer starben zwar alle nach einem Jahrhundert im Mannesstamm aus, lebten aber über Töchter fort. Die Vertreter dieser Tochterstämme, die gradnah und erbberechtigt von früheren Königen abstammten, waren identisch mit den erstmals bei der staufisch-welfischen Doppelwahl 1198 überlieferten weltlichen Königswählern aus 19 Dynastien. 1298 vereinigten sich bei der Wahl Albrechts von Österreich erstmals die sieben Kurfürsten unter Ausschluss anderer. Dabei vertraten die weltlichen Wähler die Tochterstämme König Rudolfs von Habsburg. Ihre Vereinigung (unio) wurde in der Goldenen Bulle 1356 kodifiziert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2013
Bloß nicht einmischen, rät Gerd Althoff angesichts eines Gelehrtenstreits der Extraklasse. Hier nun noch einmal schön zusammengefasst in 26 aktualisierten und 7 neuen Beiträgen des Rechtshistorikers Armin Wolf. Wolf, so erläutert Althoff, befindet sich seit langem in einer Fehde mit Kollegen über die Frage, wer im Mittelalter an einer Königswahl teilnehmen durfte. Echt. Genealogische Kleinigkeiten wischt Althoff beiseite und erkennt: Es geht um geblütsrechtliche Fragen im ostfränkisch-deutschen Reich. Des Autors Lebenswerk nun, sich drehend um solch hochspannende Fragen, ist hier laut Althoff zu besichtigen, auf 1200 Seiten. Der Arbeitsaufwand, aber auch die Kennerschaft und das Methodenbewusststein, versichert der Rezensent, sind ungeheuerlich.
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