Herausgegeben von Knut Görich, Jan Keupp und Theo Broeckmann. Die Vielseitigkeit, auch die Widersprüchlichkeit Kaiser Friedrichs II. ist immer wieder betont worden. Aber das Verhältnis zwischen Herrscher und Beherrschten war in den verschiedenen Reichsteilen nicht zuletzt an unterschiedliche Traditionen gebunden, die auch die Wahrnehmung des Staufers durch seine Zeitgenossen bestimmten. Diesen Zusammenhängen gilt die Frage nach Herrschaftsräumen, Herrschaftspraxis und Kommunikation: unter einer solchen Perspektive treten insbesondere die kontextgebundenen, häufig gegensätzlichen Erwartungshaltungen zutage, mit denen der Kaiser in seinem heterogenen Reich konfrontiert wurde und die zu einem guten Teil auch die vielberufene Rätselhaftigkeit seiner Person erklären dürften. Die Beiträge des Sammelbandes untersuchen Geschichtsbilder und ihre Gegenwart, Formen herrscherlicher Repräsentation und Beispiele charakteristischer Herrschaftspraxis in den einzelnen Teilen des Reichs Friedrichs II.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.02.2009
Gegen das Fortleben Kaiser Friedrich II. hat Olaf B. Rader nichts einzuwenden. Solange der Stauferkaiser weiter von Mythen befreit wird und durch neue Deutungen an Klarheit gewinnt jedenfalls. Hubert Houbens Friedrich-Biografie und jüngste Ausstellungen zum Thema weisen für Rader in die richtige Richtung. Ebenso der vorliegende auf eine Münchner Tagung von 2007 zurückgehende, von Knut Görich, Jan Keupp und Theo Broeckmann herausgegebene Band. Darin entdeckt der Rezensent entsprechende Beiträge zur Repräsentation in Herrschaftsräumen sowie zur Inszenierung öffentlicher Auftritte als ritualisierte Formen der ritterlich-höfischen Kultur.
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