Ariane Grundies

Schön sind immer die anderen

Erzählungen
Cover: Schön sind immer die anderen
Piper Verlag, München 2004
ISBN 9783492046046
Gebunden, 173 Seiten, 15,90 EUR

Klappentext

"Die Liebe muss wandern von einem zum anderen, wie das Ringlein damals in der Vorschule. Mir war nie ein Ring in die Hände gefallen, obwohl man ihn immer bei mir vermutet hatte." Alles ist in Bewegung, die Liebe folgt keinem Gesetz, genau wie dasLeben. Und ebendeshalb stecken die Geschichten der jungen Ariane Grundies voller Überraschungen: Frisch und verschmitzt finden sie das Besondere im Alltäglichen und entlocken dem Spiel zwischen Männern und Frauen seine unausgesprochenen Geheimnisse.Da erzählt ein junges Mädchen von ihrer Tante Sissi, der bekanntesten Hure der Stadt, die beschlossen hat, daß ihre Nichte erwachsen genug sei. Da fahren zwei Frauen mit einem blauen Wohnwagen ans Ende der Welt, um herauszufinden, wer der Richtige ist. Und da ist Kummer, der vielleicht in Ramona verliebt ist, ganz sicher aber von Patricia ein Kind erwartet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.11.2004

Verena Mayers Besprechung des Bandes mit Kurzgeschichten von Ariane Grundies liest sich wie eine Negativliste von dem, was in diesem Band alles nicht vorkommt. Die Erzählungen, deren Protagonisten allesamt nach der Wende geborene Jugendliche sind, thematisieren weder die "politischen Umbrüche" noch kommen die Requisiten der Zeit vom Internet bis zum Handy darin vor, stellt die Rezensentin fest. Auch ein irgendwie geartetes zeitliches oder räumliches "Bezugssystem" fehlt, und so könnten die Geschichten genauso gut "Märchen" oder "Schulaufsätze" sein, so Mayer weiter, die lakonisch anmerkt, dass dabei die "Grenzen zwischen Phantasie und Dummheit fließend" seien. Genauso "konturlos" stellen sich für sie die Beziehungen zwischen den Figuren dar, die die Rezensentin als "kontextlos und entsexualisiert" beschreibt. Wo man hinblickt gibt es bei diesen Jugendlichen "keine Rebellion, nur Regression", bemerkt Mayer etwas irritiert, die auch stilistisch zwar keine groben Schnitzer, aber eben auch keine "Wagnisse" gefunden hat. "Zurückgenommen bis zur Selbstauflösung" sind diese Kurzgeschichten, und auch wenn man sie "nicht mögen muss", so kann man auf der anderen Seite "nichts Böses gegen sie vorbringen", befindet die Rezensentin.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2004

Schon wieder eine Leipziger Debütantin, und natürlich geht es um das "Lebensgefühl der jüngsten Generation"! Pia Reinacher ist ziemlich ermüdet von der "zielsicheren" Kurzprosa der Autorin und findet vieles an ihrem Buch typisch: die handwerkliche Sicherheit, die Abgeklärtheit der Haltung, das Zerrüttete der geschilderten Liebesvergeblichkeitsgeschichten. "So will es der Zeitgeist", schreibt die Rezensentin und greift zu ihrer bösesten Formulierung: "brave Rezepttreue". Immerhin hat sie inmitten der kreativen Korrektheit dann doch noch echte Begabung, Eigenständigkeit und Grund für einen versöhnlichen Ausklang gefunden: in der mit grotesken Einfällen spielenden Geschichte "Das Schlafzimmer".
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