Aravind Adiga

Golden Boy

Roman
Cover: Golden Boy
C. H. Beck Verlag, München 2016
ISBN 9783406698033
Gebunden, 335 Seiten, 21,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Claudia Wenner. Aravind Adigas dritter Roman erzählt von zwei jungen Brüdern auf der Suche nach sich selbst, vom Sport als Aufstiegschance und gnadenlosem Wettbewerb, von jungen Talenten und alten Talentsuchern, von Liebe und Ausbeutung, von Leidenschaft und Gewalt. Manjunath Kumar ist vierzehn. Er weiß, dass er ein guter Kricketspieler ist, vielleicht sogar so gut wie sein älterer Bruder Radha. Er weiß, warum er seinen dominanten und sportbesessenen Vater fürchtet, seinen brillanten Bruder bewundert und von der Welt amerikanischer Serien sowie interessanter wissenschaftlicher Fakten fasziniert ist. Aber es gibt vieles, das er noch nicht weiß - über sich selbst und die Welt um ihn herum.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2016

Rezensentin Anja Hirsch gefällt der Rummel in Aravind Adigas drittem Roman. Die Geschichte von Ruhm und Absturz, die der Autor anhand eines Bruderpaars aus Mumbai erzählt, die von ihrem Vater zu Cricket-Stars gedrillt werden, liest Hirsch auch als Panorama des modernen Indien, wo Tradition und raubtierhafter Fortschritt aufeinanderprallen. Auch wenn Hirsch den Roman nicht so dicht erzählt findet wie den Vorgänger, trifft sie doch auf viele gute Szenen, genaue Figurenzeichnung und witzige Dialoge und staunt am Ende doch wieder über Adigas farbige Prosa.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.11.2016

Als Parabel, die die Geschichte achtet, liest Rezensentin Judith von Sternburg Aravind Adigas Cricket-Roman. Extrem unterhaltsam findet sie dies "kluge, lebensvolle" Lehrstück über Indien und die Menschheit. Was Scheitern bedeutet und wie die Angst davor in dieser Gesellschaft geartet ist, erfährt sie ebenso, wie sie den Stellenwert des Cricket-Sports für die indische Mittelschicht und seinen Zauber mit Adigas Geschichte bald besser einschätzen kann. Das vom Autor inszenierte Stimmengewirr scheint ihr sprachlich gekonnt gefasst und auch übersetzt. Der Erzähler imponiert ihr durch Allwissenheit, Urteilsfreiheit und Immunität gegen allzu große Sentimentalität.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016

Rezensent Alex Rühle ist enttäuscht von Aravind Adigas neuem Roman, besonders weil er Adigas Debüt "Der weiße Tiger" ganz ausgezeichnet fand. Die Geschichte um den Jungen, der als berühmter Cricket-Star die Aufstiegsträume seines Vaters erfüllen soll, aber mehr Interesse an anderen Dingen hat als am Sport, zündet bei Rühle nicht. Zunächst mal kann er mit Cricket, das offenbar im Roman einen großen Raum einnimmt, einfach nichts anfangen. Zum anderen hätte er sich gewünscht, dass Adiga die angedeutete Homosexualität des Jungen mehr dramatisiert. Den Rest gibt ihm der allwissende Erzähler, der keine rechte Nähe zu den Protagonisten zulasse.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.10.2016

Shirin Sojitrawalla hat die langweiligen Kricket-Passagen locker durchgestanden in Aravind Adigas neuem Roman. Zwar hat das Buch nicht ganz den Biss der Vorgänger, meint sie, doch Adiga schreibt weiterhin frisch und respektlos über die indische Gesellschaft, ihre kriminellen und menschenverachtenden Seiten. Anhand der Coming-of-Age- und Coming-out-Geschichte eines Bruderpaars erörtet der Autor laut Rezensentin die Themen Religion, Klassen, Kricket, Homosexualität und den Indian Dream. "Gewitzt" übersetzt, scheint ihr das Buch den Zustand Indiens gut abzubilden.
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