Aras Ören

Wir neuen Europäer

Ein Lesebuch
Cover: Wir neuen Europäer
Verbrecher Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783957321916
Taschenbuch, 260 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Mit Illustrationen von Wolfgang Neumann. Herausgegeben von Friederike Fahrenhorst. "Einwanderern wie Aras Ören", schreibt Hans Magnus Enzensberger, mache man es hierzulande schwer: "Stillschweigend und auf seine Weise folgt der literarische Betrieb den Spielregeln der Ausländerbehörde." Dabei kommen Fremde seit Jahrtausenden nach Europa und werden hier heimisch. "Ohne die Neuen und ihr Gepäck wäre die Welt nicht die von heute", weiß Ören. Dennoch sehen sich die, die herkommen, immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. Und sie selbst müssen sich verändern, denn die fremde Kultur konfrontiert sie mit neuartigen Gebräuchen und Sitten. Aras Ören hat sich mit diesem Konflikt immer wieder auseinandergesetzt, in Romanen, Gedichten und Reden. Dieses Lesebuch präsentiert einen Querschnitt durch sein reiches Werk, in dem seit den Sechzigerjahren immer wieder festgestellt wird: "Die Fremde ist auch ein Haus."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.06.2017

Harald Jähner gelangt mit Aras Örens Lesebuch zurück zu den Anfängen des migrantisch geprägtenen Kreuzbergs, als die türkischen Gastarbeiter "das Salz und der Safran der Stadt" waren. Der Autor aus der ersten türkischen Einwanderergeneration zwischen 1961 und 1973 zeigt laut Jähner in den hier versammelten Texten aus den 70er und 80er Jahren eine andere Agenda, bestimmt vom gemeinsamen Klassenkampf, nicht von der trennenden Religion. Jähner entgeht nicht die Melancholie darin, auch wenn die Sprache eher hart ist, kunstvoll lakonisch und dann wieder unversehens poetisch schön, wie er schreibt. Dass der Autor sich um rassistische Klischees kaum kümmert und von Sex mit einer Eselstute erzählt, wie Jähner berichtet, scheint ebenfalls Ausdruck einer längst vergangenen Zeit zu sein.

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