Antony Beevor

Der Spanische Bürgerkrieg

Cover: Der Spanische Bürgerkrieg
C. Bertelsmann Verlag, München 2006
ISBN 9783570009246
Gebunden, 653 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Michael Bayer und anderen. Legion Condor, die Vernichtung der Stadt Guernica, das Massaker von Saragossa oder der blutige Kampf um den Alcazar von Toledo. Namen und Ereignisse, die zum Synonym für einen der grausamsten und bittersten Kriege des 20. Jahrhunderts wurden: Der Spanische Bürgerkrieg, der im Juli 1936 mit dem Franco-Putsch in Spanisch Marokko begann, wurde zum Trauma für das moderne Spanien und ist in der Gesellschaft bis heute spürbar. Im Kampf der Volksfront, die von großen Teilen der europäischen Intellektuellen ideell und militärisch (in internationalen Brigaden) unterstützt wurde, gegen die Nationalisten unter General Franco, hinter dem das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien standen, bekämpften sich die beiden großen Ideologien des Jahrhunderts. Unter Stalin und Hitler griffen sie nach der Weltherrschaft.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2006

Aus der Reihe an Veröffentlichungen, die siebzig Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkrieges erscheinen, möchte der Rezensent Cord Aschenbrenner das Werk des britischen Historikers Anthony Beevor besonders hervorheben. Denn Beevors Studie sei wie gewohnt wissenschaftlich einwandfrei und dazu noch äußerst spannend geschrieben. Aschenbrenner meint, dass es dieses Buch sogar mit den Romanen von Hemingway und Malraux sowie den Berichten von Orwell, Koestler oder Gustav Regler aufnehmen kann. Er muss jedoch auch anmerken, dass Beevors Werk aufgrund seiner komplexen Thematik von den Lesern sehr viel Ausdauer erwartet. Aber schließlich wolle der Autor den Krieg nicht einfach als eine Kontroverse zwischen Nationalisten und Republikanern darstellen, sondern auch seine Vorgeschichte sowie die Entwicklung und Konflikte innerhalb der diversen sich bekämpfenden Gruppen beleuchten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.07.2006

Die Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs lässt sich Dietmar Süss so wie von Antony Beevor gern noch einmal erzählen. "Opulent" und "anschaulich" sei der Band, schreibt Süss, und scheint das streng Analytische nicht allzu sehr zu vermissen. Was der eingängige Ton und der chronologische Aufbau des Buches für ein breiteres Publikum leisten, das gibt Süss dennoch zu verstehen, lässt den Kenner nicht ganz wunschlos zurück: Der hätte außer über die militärische Dimension gern mehr über die politische erfahren.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.07.2006

Umfassend informiert über den Spanischen Bürgerkrieg fühlt sich Rezensent Rudolf Walther nach der Lektüre dieses voluminösen Bandes, den der britische Historiker Antony Beevor vorgelegt hat. Er bescheinigt dem Autor, die Geschichte des Bürgerkriegs detailliert und auf dem aktuellen Stand der Forschung zu schildern. Dem interessierten Laien kann Walther das Werk allerdings nicht uneingeschränkt empfehlen. Beim ehemaligen Berufsoffizier Beevor entdeckt er nämlich eine ausgeprägte Vorliebe für minutiöse Schlachtbeschreibungen. Und die, vermutet der Rezensent, dürften wirklich nur Spezialisten interessieren.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.07.2006

Anthony Beevors unparteiliche Darstellung des Spanischen Bürgerkriegs hat Wilhelm von Sternburg sehr gefallen. Der ehemalige Berufsoffizier habe 70 Jahre nach dem Beginn dieses Krieges einen neuen und sachlichen Blick auf diesen heiklen Teil der Geschichte geworfen. Sternburg lobt seine "nüchterne" Quellenexegese und meint, dass er sich nicht von den nachträglichen Deutungen des Krieges hat beeinflussen lassen, die von den unterschiedlichen Parteien in den vergangenen siebzig Jahren in Umlauf gebracht wurden, im Gegenteil. Der britische Autor habe Legenden zerbrochen und endlich die genauen Kräfteverhältnisse zwischen den Kämpfern dargestellt. Beevors exakte Beschreibung der Kämpfe hält Sternburg ebenfalls für ein Plus. Beide Seiten litten laut Beevor unter einer unfähigen Führung, was der Rezensent nach der Lektüre der "gut geschriebenen" Geschichte in beiden Fällen nur bestätigen kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2006

Fleißig und korrekt als Faktensammlung, doch wenig über den Tellerrand der Tatsachen hinausschauend sei Antony Beevors runderneuerte Darstellung des Spanischen Bürgerkrieges, findet Rezensent Riccardo Bavaj. Er empfiehlt zur ergänzenden Lektüre gleich eine ganze Palette seiner bevorzugten Werke. Insbesondere die ideologische Seite, der so genannte Kulturkrieg, komme aufgrund der überwiegend chronologischen Darstellung der Ereignisse zu kurz. Auch die Deutungsangebote für die unerhörte Grausamkeit während des Bürgerkrieges überzeugen den Rezensenten nicht. Während Beevor zu den Gründen Hitlers nichts Neues beitrage, habe er zur bislang weithin unbekannten sowjetischen Rolle aber doch einiges zu bieten.
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