Antonio Pigafetta

An Bord mit Magellan

Bericht über die erste Reise rund um die Welt 1519-1522
Cover: An Bord mit Magellan
C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406829062
Gebunden, 221 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

 Aus dem Spanischen von Christian Jostmann. Die erste vollständige deutsche Übersetzung aus dem italienischen Originaltext von Christian Jostmann. Nur wenige Mitglieder der Crew überlebten die erste historisch belegte Umsegelung der Erde. Einer von ihnen war der italienische Ritter Antonio Pigafetta, der seine abenteuerlichen Erlebnisse in einem detaillierten und farbenfrohen Reisebericht schilderte. Ferdinand Magellan stach im Auftrag der spanischen Krone in See, um eine Westroute zu den sagenhaften Gewürzinseln, den Molukken, zu finden. Mit an Bord war Antonio Pigafetta, der während der dreijährigen Reise fleißig Tagebuch führte. Stoff dafür gab es mehr als genug. Eindrücklich schildert er den entbehrungsreichen Alltag auf den Schiffen, all die Gefahren und Abenteuer sowie den Kampf gegen die Elemente, den die Besatzung durchstehen musste. Vor allem aber erzählt er von seinen zahlreichen Begegnungen mit den Menschen anderer Kulturen: den Tupi im heutigen Brasilien, den Tehuelche Patagoniens, den Chamorros auf Guam, den Visayern auf den heutigen Philippinen, den Einwohnern Mindanaos, Borneos, der Molukken und Timors. Mit geradezu ethnologischem Blick und beobachtete Pigafetta genau, was er sah, stellte mit Hilfe von Dolmetschern Fragen und lernte sogar selbst die Sprachen der Indigenen. Sein Reisebericht ist geprägt von einem neugierigen Blick auf das Fremde und zeichnet das eindrucksvolle Bild einer bunten, wilden, offenen und unbegreiflich weiten Welt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2025

Der hier rezensierende Historiker Valentin Groebner scheint Antonio Pigafettas Reisebericht etwas unkritisch kommentiert zu finden. Zumindest stimmt er mit einigen in der Verlagsankündigung und im Vorwort von Herausgeber Christian Jostmann fallenden Attributen nicht überein: als "Humanist" und "erstaunlich einfühlsamer" Beobachter begegne ihm der Chronist und Begleiter Magellans nicht gerade in diesem Bericht über die Weltreise, die keine Entdeckungsreise war, sondern, in Konkurrenz zu den Portugiesen, die Suche nach einer Alternativroute zu den rein kommerziell interessanten Gewürzinseln Südostasiens. Vielmehr liest Groebner aus dem stark bearbeiteten Text, dessen Ursprungsversion unter Verschluss gehalten wurde, viel über die Schattenseiten solcher Expedition heraus: die gnadenlose Gewalt, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die internen Streitereien, die bis zur Desertion führten, die Ausnutzung von Arbeitsmigranten, ohne die sowieso gar nichts gelaufen wäre, und über die eigenen Karrierechancen, die Pigafetta mit seinem Bericht pushen wollte. Für den Kritiker kein Zeugnis eines "geradezu ethnologischen Blicks", sondern von Größenwahn und historischer Verfälschung.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2025

1522 kam die "Victoria" nach drei Jahren Weltumseglung wieder in Sevilla an, von ursprünglich 200 Besatzungsmitgliedern auf vier Schiffen waren noch 18 übrig, einer davon war Antonio Pigafetta, der einen bunten Reisebericht über die Expedition verfasst hat, die beweisen sollte, dass die ostasiatischen Gewürzinseln zu Spanien gehören, lernt Rezensent Thomas Ribi. In seinem Tagebuch hat Pigafetta Begegnungen mit den Tehuelche in Patagonien ebenso festgehalten wie Vokabellisten der verschiedenen Sprachen und Beobachtungen, wie andere Völker von Guam bis Brasilien leben. Auf der Insel Zubu starten die Segler eine Bekehrungsmission, der Entdecker Magellan tauft mehrere hundert Einwohner und löscht ein Dorf aus, das sich dieser Mission widersetzt, erfahren wir. Ribi gefällt, dass er mit dieser neuen Übersetzung Einblick erhält in eine abenteuerliche Zeit, die gleichzeitig entdeckt und zerstört, wie er schließt.

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