Antonio Machado

Campos de Castilla - Kastilische Landschaften

Gedichte 1907-1917. Spanisch und deutsch
Cover: Campos de Castilla - Kastilische Landschaften
Ammann Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783250104292
Gebunden, 352 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

Herausgegeben, übertragen und mit einem Nachwort versehen von Fritz Vogelgsang. Mit "Kastilische Landschaften" veröffentlichen wir erstmals in deutscher Sprache das zentrale poetische Hauptwerk des Dichters, der als der bedeutendste Spanier des 20. Jahrhunderts gilt. 1907 zog Machado von Sevilla nach Soria, er trat dort eine Stelle als Französischlehrer an. Hier heiratete er 1909 auch seine junge Frau Leonor, die bereits zwei Jahre später starb. In den Gedichten dieser Sammlung finden sich wunderbar zärtliche Poeme von der Liebe zu seiner Frau, von der Trauer um sie, sowie großartige Visionen der Landschaften, die, getränkt von ruhmreicher Vergangenheit, sich dem Dichter als elende-ärmliche Gegenwart zeigten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2002

Antonio Machado gehörte als Dichter der generacion de 98 an, benannt nach dem Datum des Verlusts der letzten spanischen Kolonien in Übersee. Das Ereignis führte zu einer Neupositionierung der spanischen Intellektuellen, hin zu Europa, zu, wie es die Rezensentin Ute Stempel formuliert, einer "kosmopolitisch geöffneten Selbstbehauptung". Machado orientierte sich dabei vorzugsweise an der "französischen Romantik, dem Parnass und dem Symbolismus". Die "Campos de Castilla" sind sein lyrisches Hauptwerk, es geht darin auf dreifache Wesie, so die Rezensentin, um die Überhöhung der spanischen Provinz Kastilien. Sie wird zur Verkörperung der Seele Spaniens, zum "Sinnbild menschlicher Existenz" und zum Ort "poetischer Selbstbegegnung". Die Übersetzung durch Fritz Vogelsang scheint Stempel etwas zwiespältig: vieles gelinge ihr "spielend", die Entscheidung jedoch, den Reim zu erhalten, gehe gelegentlich auf Kosten der Präzision, auch manche Ausschmückung findet die Rezensentin überflüssig.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001

Heinz Schlaffer stellt einen Gedichtzyklus vor, der ausdrücklich einer Landschaft gewidmet ist: den unwirtlichen Höhen Kastiliens, dem Grenzgebiet, von dem aus mal die Rückeroberung des arabischen Spaniens geplant und angegangen wurde. Von der einstigen Größe der Geschichte ist nichts geblieben, nur Landschaft, Natur, unwirtlich, abweisend. Sie muss den aus Andalusien stammenden Machado sehr beeindruckt haben, vermutet Schlaffer, als es diesen als Französischlehrer in den 10er Jahren des vergangenen Jahrhunderts dorthin verschlug. Seine Gedichte sind für Schlaffer wie die Landschaft - unsentimental. Sie sprechen eine einfache, klare Sprache, meist vierzeilig und in gereimter Form, was für Schlaffer die anhaltende Popularität von Machado erklärt. Zum einen sei er sich politisch treu geblieben, zum anderen verkörpere er eben das wirkliche Spanien, mit seiner herben, auch hässlichen Seite. Dem Übersetzer ist es gelungen - unter Inanspruchnahme dichterischer Freiheit, die Schlaffer gelegentlich schmunzeln oder Stirnrunzeln lässt - die Gedichte sogar in die Reimform zu übertragen.
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