Antonia Wesseling
Was wir uns versprechen (Light in the Dark 3)
Roman

Ullstein Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783958187276
Broschiert, 432 Seiten, 14,99 EUR
ISBN 9783958187276
Broschiert, 432 Seiten, 14,99 EUR
Klappentext
Das langersehnte Finale der Spiegel-Bestseller-Serie Alicia weiß schon lange, dass sie die toxische Beziehung zu Timon beenden muss. Aber wie hält man durch, wenn dein Partner dir das Gefühl gibt, allein nichts wert zu sein? Julian hingegen ist das komplette Gegenteil: Er ist fürsorglich, zuvorkommend und unheimlich feinfühlig. Ein echter Freund eben. Nur leider ohne Boyfriend Potenzial, wie Alicia ihm ziemlich schnell klarmacht. Während Julian es satthat, dass Frauen sich lieber auf Bad Boys einlassen, als mit ihm auszugehen, stellt Alicia sich die Frage: Wie kann es so verdammt schwer sein, sich lieben zu lassen?
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 17.07.2026
Rezensent Cornelius Wüllenkemper liest mit Camille Laurens` neuem Roman einen anspruchsvollen und dennoch packenden autofiktionalen Liebesthriller mit einigen Schwächen in der Konzeption und Figurenzeichnung: Die Geschichte von Claire und Gille. Sie beginnt als perfektes Liebesglück, lesen wir - eine späte, aber intensive "Hals-über-Kopf"-Liebe zwischen der Erzählerin und einem Marionetten-Experten. Wie zu erwarten von einer "Pionierin der Autofiktion", hat Laurens' Erzählerin viel mit ihrer Schöpferin gemeinsam: Beide sind Autorinnen, beide haben ein Kind verloren, beide schreiben über ihre Beziehungen zu Männern. Indem Claire schließlich auch Gilles zum Gegenstand einer ihrer Romane macht, bricht sie ein Versprechen. Wie es dazu kommen konnte, wieso Claire nun vor Gericht steht, wie aus dem Liebesglück ein -thriller wurde und aus dem "Glückslehrmeister" Gilles ein pathologischer Lügner und Narzisst, der nun im Koma liegt, davon erzählt Laurens in ihrem komplex konstruierten Roman - und zwar ausschließlich aus Claires Perspektive. Diese Einseitigkeit der Erzählung, die ihren eigenen Anspruch auf Wahrheit immer wieder betont, hält Wüllenkemper für ein Manko des Romans. Auch scheinen ihm Laurens` Figuren teilweise und mitunter ein wenig "überzeichnet". Dennoch bietet "Was wir uns versprechen" eine fesselnde Lektüre mit einer desillusionierenden Erkenntnis am Ende, so der Rezensent: Liebe und Literatur setzen beide eines voraus - die Täuschung.
Kommentieren
