Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518432983 Gebunden, 432 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Benjamin Maack erzählt in Bewerbungen um einen Job als Mensch von seinem Alltag mit Depressionen, davon, wie verwirrend und schwer es ist, mit der Krankheit zu leben und zu lieben, die Kinder, seine Freundin, sich selbst. Und wie es trotzdem immer wieder gelingt. Ein entwaffnend ehrliches und direktes und manchmal auch lustiges Depressionstagebuch.Als Benjamin Maack im Frühjahr 2025 wieder eine depressive Episode erlebt, führt er auf Instagram ein Tagebuch. Er tippt es in sein Telefon, auf dem Sofa, in Wartezimmern von Ärztinnen und Ärzten, bevor er seine Kinder von der Schule abholt. Er erzählt von sich, seinen Gedanken und Gefühlen, seiner Familie. Schreibend reflektiert er seinen Alltag, eröffnet einen Raum, in dem die Menschen nah an sein Leben herankommen und in dem auch er eine Verbindung zu anderen findet. In den Kommentaren und persönlichen Nachrichten schreiben ihm fast täglich Leserinnen und Leser: dass sie sich durch sein Tagebuch weniger allein fühlen, dass die Einträge ihnen Hoffnung und Trost schenken, sie zu Tränen rühren, aber auch lachen lassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2026
Für Benjamin Maack hatte der Januar 87 Tage, so lange hat er seine depressive Phase zunächst auf Instagram und nun in diesem Buch protokolliert, weiß Rezensent Maximilian Mengeringhaus, der hier einen "Dreischritt von Selbstanklage, Seelenstriptease und Self-Empowerment" erkennt. Vorherrschende Gefühle sind Ekel, Scham und Ungenügen, aber durchmischt mit Überlebens- und Motivationsparolen, die Mengeringhaus an die "New Sincerity" eines David Foster Wallace erinnern. Und doch konnte der Kritiker Maacks Vorgänger mehr abgewinnen: Hier werden ihm von Rechtspopulismus bis Abstiegssangst ein zu viele aktuelle Themen eingebaut, leise Töne gehen dafür unter. Und auch sprachlich geht es laut Rezensent bisweilen schief, etwa wenn vom "Sommerstadtparkserienmördereiswagenklingeln" eines Weckers die Rede ist. Eine "universalistische Qualität" attestiert Mengeringhaus dem Buch aber dahingehend, dass Maack auch Themen verhandelt, die nicht nur Depressive belasten.
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