Anton Tschechow

Er und sie

Frühe Erzählungen 1880-1885
Cover: Er und sie
Diogenes Verlag, Zürich 2002
ISBN 9783257063219
Gebunden, 624 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben, aus dem Russischen übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Peter Urban. Anton Tschechow war offen für alles. In seinen frühen Moskauer Jahren tobte er sich stilistisch aus, ohne dabei seine Vorbilder Turgenjew und Puschkin aus dem Auge zu verlieren. Mit diesen Erzählungen hat der deutsche Leser erstmals die Möglichkeit, Einblick zu bekommen in die experimentelle Phase des Autors, der sich später viel disziplinierter und sparsamer verhielt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.11.2002

Anfänge, bei denen nichts anfängt, Enden, die keinen Schlusspunkt setzen, Geschichten, die aus dem Grau kommen und im Grau verschwinden - Benjamin Henrichs schwelgt im Tschechowschen Alltagseinerlei, das, so wundert er sich, ihm in seiner "mageren Wahrheit" so viel lieber und näher ist als die üppigsten Lügengeschichten anderer Schriftsteller. 118 Geschichten sind in den zwei Bänden versammelt, und man glaubt Henrichs sofort, dass er sie alle gelesen hat. Es sind typische Tschechow-Figuren, die man in ihnen antrifft, verrät er: Provinzler, Unglücksraben, Säufer, Jammerlappen, verkrachte Künstler und unglücklich Liebende. Von ihnen geht aber, gesteht Henrichs, eine ungeheure Lebenskraft aus, ein Lebenswille und Lebenshunger, ganz anders als bei den elegischen Kirschgartenmenschen der späten Tschechow-Jahre. Tschechows schriftstellerische Karriere begann als Vielschreiber, als Zeitungsschreiber, erinnert Henrichs, was eine "brutale Ökonomie", kurze Sätze und knapp gehaltene Gefühle zur Folge hatte. In den meisten Erzählungen halte Tschechow seine nüchterne, unsentimentale Sichtweise auch durch, schreibt Henrichs bewundernd, höchst selten lasse er sich zu Bitterkeit oder Weinerlichkeit hinreißen, eher gewinne er den Dingen eine lustige Seite ab.
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