Annie Proulx

Hinterland

Neue Geschichten aus Wyoming. Erzählungen
Cover: Hinterland
Luchterhand Literaturverlag, München 2005
ISBN 9783630872070
Gebunden, 256 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Melanie Walz. Wyomings Weite ist überwältigend, das Leben dort hart und manchmal unglaublich. Ideales Terrain für Annie Proulx, die mit diesem Erzählband in ihre Wahlheimat zurückkehrt: Elf tragikomische Geschichten über Cowboys, Wildhüter und Barfrauen, exzentrische Aussteiger und Underdogs, die sich in einer grandiosen, aber unwirtlichen Landschaft behaupten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2005

Ganz angetan zeigt sich Alexandra Kedves von Annie Proulx' neuem Erzählband "Hinterland". Literarisch sieht sie die elf Geschichten aus dem dünn besiedelten, gottverlassenen Wyoming, der Wahlheimat der Schriftstellerin, "ganz vorne" liegen. Proulx schaue mit einem narrativen Brennglas, das nichts beschönige und nichts beschädige, auf die Verratenen und die Verräter einer Landschaft voller Ölbrachen und Rinderwüsten. Dabei habe sie das ganze Panorama des Landes und seiner Menschen im Blick. Kedves bescheinigt der Autorin eine "Nase fürs Skurrile" und ein "Händchen fürs Pointierte". Beeindruckend findet sie Proulx' Stil, "in dem die Sachlichkeit sirrt wie der sommertrunkene Gesang der Grillen in den Weidegräsern". Überzeugt hat sie zudem die "erstklassige Übersetzung" von Melanie Walz.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.10.2005

Richtig warm wird der Rezensent Frank Schäfer nicht mit diesen Geschichten von Annie Proulx, in denen sie sich der "poetischen Spätwestern-Landschaft" Wyomings und ihren Einwohnern annimmt. Vieles an den Geschichten erscheint ihm ausgedacht und konstruiert. Proulx habe wohl angestrengt versucht, echte Unikate zu erschaffen, vermutet der Rezensent, der die Spuren dieser Bemühungen nur allzu deutlich zu erkennen meint. Schäfer geht der demonstrative Kunstanspruch des Werks auf die Nerven. Ihm kommt das alles "prätentiös" vor. Hier werde ein Anschein erweckt, den die Geschichten letztlich nicht halten können und sie zu nicht viel mehr als "artifiziell etwas aufgebockter Unterhaltungsliteratur" machten. Allerdings bleibt er in seinem Urteil nicht durchweg so skeptisch. Zwei Geschichten gefallen ihm richtig gut, weil in ihnen die übliche "freundlich ironische Apotheose" mit melancholischen Schattierungen versetzt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2005

Zu Annie Proulxs siebszigstem Geburtstag preist Annette Zerpner nicht nur diesen neuesten Band mit Kurzgeschichten, sondern lässt auch das Werk der Autorin Revue passieren. Sie preist den "Sinn fürs Lokale", der die Romane und Geschichten der amerikanischen Autorin prägt und sieht sie durch ihren genauen Blick, mit dem sie vor allem den "harschen Alltag" auf dem Land im Westen der USA einfängt, vor "Sentimentalität" gefeit. Die neuen Kurzgeschichten allerdings haben, gemessen an ihren früheren Büchern, einen "weit versöhnlicheren, leichteren Grundton" und ungefähr die Hälfte der Texte sind "humoristisch", stellt die Rezensentin fest. Sie ist von den "mit leichter Hand ausgeführten Skizzen" begeistert, wobei sie besonders von den Stories, die sich um die Stammbelegschaft einer Bar mit Namen "Elk Tooth" ranken, sehr eingenommen ist. Am meisten hat es ihr offensichtlich die Figur der Barfrau Amanda Gribb angetan, die als "heimliche Vegetarierin" in der von der Fleischindustrie existierenden Gegend lebt.
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