Aus dem Amerikanischen von Irene Rumler. Ren, ein zwölfjähriger Junge, ist in St. Anthony's aufgewachsen, einem kirchlichen Waisenhaus für Arme in New England, wo er als Säugling "abgegeben" wurde. Seit seiner Kindheit fehlt ihm die linke Hand. Er weiß nicht, was mit ihm passiert ist, auch nicht, woher er kommt oder wer seine Eltern sind. Als plötzlich Benjamin Nab auftaucht, ein junger Mann, der behauptet, sein Bruder zu sein, tut sich für Ren eine neue Welt auf. Benjamin führt Ren in seine Bande von Gaunern und Trickdieben ein, die auch als "Körperjäger" arbeiten: Sie stehlen nachts frisch beerdigte Leichen vom Friedhof und verkaufen sie zu medizinischen Forschungszwecken an Krankenhäuser. Trotz seines schlechten Gewissens findet Ren Gefallen an diesem freien Vagabundenleben, er lernt neue Freunde kennen, darunter einen Mörder und einen Zwerg, zieht mit seinen Gefährten über Farmland, durch Küstenstädte und erste Fabriksiedlungen, stets auf der Flucht. Doch ist Benjamin wirklich der, als der er sich ausgibt?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2009
Nicht erwärmen kann sich Rezensent Martin Halter für Hannah Tintis Waisenkinderroman "Die linke Hand". Er sieht in der an skurrilen Figuren reichen Geschichte um den Leidensweg des Waisen Ren den Versuch, die großen Sozial- und Abenteuerromane des 19. Jahrhunderts von Charles Dickens über Robert Louis Stevensons bis Mark Twain zu reanimieren. Ein Versuch, der nach Ansicht Halters allerdings misslungen ist. Zwar fühlt er sich immer wieder an die genannten Autoren erinnert. Auch bescheinigt er Tinti, den "Grusel- und Märchenton" der Vorbilder "perfekt" nachzuahmen. Aber dem Roman fehlt in seinen Augen die "Seele" oder wenigstens ein "Muster", das dem Ganzen eine Struktur geben könnte.
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