Mit Ranunkeln und Wiesenklee besucht Marie das Grab ihrer Großmutter. Dort liegt mehr begraben als die streitbare Apollonia: Liebe, Hass, Armut, Krieg und der wilde Westerwald. Je mehr Marie in die Welt ihrer Großmutter eintaucht, umso deutlicher kehrt auch die Erinnerung an ihre eigene Jugend zurück. Annegret Held erzählt die Geschichte ihrer Großmutter, die zugleich auch die Geschichte eines ganzen Dorfes im vergangenen Jahrhundert ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2013
Christoph Schröder blickt mit Hochachtung auf das Mammutprojekt, das Annegret Held mit "Apollonia" begonnen hat. Sie will die Geschichte des fiktiven Ortes Scholmerbach in einer Trilogie bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Im vorliegenden ersten Band geht es auf verschiedenen Zeitebenen um die Geschichte der Erzählerin Marie und ihrer Großmutter Apollonia, die durch eine unglückliche Liebe ihr Leben verscherzt sah. Schröder kann sich allerdings nicht so recht entschieden, ob ihm der naive Grundton gefällt, der dem Roman zwar eine Leichtigkeit gebe, aber historischen Ereignissen, etwa der Zeit des Nationalsozialismus, eine unangenehm "putzige" Note verleihe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.12.2012
Ein Heimatroman nach "Art der Sechzehnjährigen, die im Bilde sind"? Was könnte Rezensentin Judith von Sternburg nur meinen? Anspielung auf Hauptstadtdrogenerfahrungen hysterischer kleiner Mädchen? Egal. Das Buch sei lebensklug, nicht melancholisch (wenngleich mit Happy End), bodenständig auch, schreibt die Rezensentin. Gelangweilt hat sich Sternburg bei Annegret Held nicht. Ihren Ton findet sie eigen, wild und selbstironisch. Der Hunsrück der 20er bis 40er Jahre erscheint ihr in knappen, bösen Szenen. Dem "Heimat"-Bild eines Edgar Reitz, meint Sternburg, fügt die Autorin ein starkes Stück hinzu.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…