Anne C. Bomann

Agathe

Roman
Cover: Agathe
Carl Hanser Verlag, München 2019
ISBN 9783446261914
Gebunden, 160 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Dänischen von Franziska Hüther. Ein alternder Psychiater zählt die Tage bis zu seinem Ruhestand. Bald wird er die Türen seiner Praxis für immer hinter sich schließen.. Doch eine letzte Patientin lässt sich nicht abwimmeln. Und die Gespräche mit Agathe verändern alles: Neue Freundschaften scheinen plötzlich möglich, neue Wege, neue Zuversicht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.04.2019

Rezensentin Judith von Sternburg versteht nicht genau, was es mit der Hanser-Reihe auf sich hat, in der Anne Cathrine Bomanns Roman erscheint, den Text liest sie allerdings mit einiger Faszination. So schmal und lapidar das Buch daherkommt, meint sie, so gut strukturiert und so reizvoll rätelhaft ist es auch. Die Geschichte um einen Psychiater und seine Sekretärin, seine Arbeit und seine Patienten überzeugt Sternburg durch eine Fresko-Technik, die Irritationen nur andeutet, und eine seltsame, für die Rezensentin durchaus reizvolle Unzeitgemäßheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2019

Dringend empfiehlt Rezensent Peter Urban-Halle diesen Debütroman der dänischen Autorin und Psychologin Anne Cathrine Bomann. Das Buch, zunächst in einem kleinen Zuschussverlag erschienen, inzwischen in siebzehn Länder verkauft, erzählt die Geschichte eines altersdepressiven Psychologen, der Tage und Patienten bis zur Rente zählt, bis ihn die Gespräche mit der plötzlich auftauchenden, suizidgefährdeten deutschen Agathe aus der Lethargie reißen, resümiert der Kritiker. Dass die Autorin wenige Male "Klischee und Kitsch" streift, zudem ein paar psychologische Binsenweisheiten einstreut, verzeiht der Rezensent gern: Die wenigen Striche, die Bomann braucht, um ihre Figuren und die an Simenon-Romane erinnernde Atmosphäre zu zeichnen, dazu die erstaunliche Zeitlosigkeit der fast unmerklich im Jahr 1948 spielenden Geschichte haben den Rezensenten vollauf begeistert.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 21.03.2019

Normalerweise verhilft der Therapeut seinen Patienten mittels eingehender seelischer Untersuchung zur Selbsterkenntnis und dadurch im besten Fall zu neuer Lebenslust und frischem Selbstvertrauen. In Anne Catherine Bomanns Debüt ist es anders herum, erklärt Rezensentin Heidemarie Schumacher. Der Ich-Erzähler steht kurz vor der Pensionierung, erfahren wir. Seine Patienten langweilen ihn, er sehnt das Ende seiner Arbeit herbei. Zugleich hat er jedoch Angst vor der Untätigkeit, Angst vor der Freiheit, die ihm bevorsteht. Dann jedoch taucht Agathe auf und schafft es, sein psychologische Interesse und seine Lebensfreude wieder zu erwecken. Die Beziehung zwischen der an Selbsthass leidenden Patientin und ihrem Therapeut-Patienten zeichnet Bomann mit viel Feingefühl und Verständnis, versichert die Rezensentin. Gelegentlich wirds mal kitschig, aber alles in allem ist es ein intelligentes, originelles Debüt, lobt Schumacher.

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