Aus dem Norwegischen von Kerstin Hartmann und Wolfgang Butt. Alles begann mit Baruch Halevi im 12. Jahrhundert. Als der Prophet Moses ihm auftrug, seinen Heimatort Espinosa zu verlassen, ging er nach Lissabon. Dort, als Leibarzt des Königs, braute der sephardische Jude ein Elixier, das unsterblich macht. Seither wird das Rezept in der Familie an den Erstgeborenen vererbt. So kommt es zu Ari, dem letzten der Spinozas, der die Geschichte seiner Familie und ihrer vielfältigen Figuren aufschreibt - ohne es mit der Wahrheit allzu genau zu nehmen. Sie reicht vom Mittelalter in Spanien über Portugal, die Niederlande Rembrandts und das Paris der Aufklärung bis ins Wien der Kaiserzeit und zu Hitler und Stalin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2013
Einen für Norwegen sehr ungewöhnlichen Roman hat der Journalist und Verleger Gabi Gleichmann mit seinem sechsunddreißig Generationen umfassenden Familienepos da vorgelegt, staunt Carsten Hueck. Die Handlung beginnt 1.000 nach Christus im spanischen Espinosa, wo der spätere Leibarzt des portugiesischen Königs ein Elixier der Unsterblichkeit erfindet und von Moses den Auftrag bekommt, das Rezept an die nächsten Generationen weiterzugeben, und endet im Jetzt mit dem letzten, da kinderlosen Nachkommen der jüdischen Familie. Der Rezensent erkennt in dem Roman den magischen Realismus Lateinamerikas sowie Anleihen an den Schelmenroman. Gleichmanns "Fabulierlust" lässt ihn gar an die Erzählungen Scheherazades denken. In seinem Großwerk schaffe sich der Autor einen eigenen fiktionalen Stammbaum, und es gelingt ihm dabei, so Hueck, nicht nur eine Geschichte Europas, sondern aller europäischen Juden zu entwerfen.
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