Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.2001
Ein völlig verständliches, gar dringendes Anliegen attestiert Cornelius Simons der Autorin mit ihrer Studie über die Berliner Rechtsfakultät an der Scheide zu 1933. Vom Ergebnis zeigt sich Simons nicht ganz überzeugt: herausgekommen sei eher ein Handbuch, das künftigen Analysen den Weg durchs Gestrüpp der Erlasse, Gremiensitzungen und Protokolle weisen könne. In eben diesem Gestrüpp hat sich von Lösch seiner Meinung nach verfangen; eine Überfülle von Fakten steht einer diesbezüglich recht mageren Ausbeute an Erkenntnissen gegenüber. Denn dass Professoren auch nur Menschen, sprich feige und unsolidarisch, waren, stand ohnehin zu vermuten, meint der Rezensent, den mehr die Frage interessiert hätte, wie es dazu kommen konnte, dass "gestandene Intellektuelle" ihre Überzeugungen so geschmeidig den neuen Verhältnissen anzupassen wussten. Dennoch, meint Simons, sei von Löschs Buch "verdienstvoll" und ein guter Anfang.
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